Marcel Eupen kämpft für Verbraucher und den eigenen Ruf

Mitglieder des Alternativen Mieter- und Verbraucherschutzbundes mit dem ersten Vorsitzenden Uwe Piper (4.v.l.) und dem zweiten Vorsitzenden Marcel Eupen. (Foto: CS)

Falkenhagener Feld. Der neu gegründete Alternative Mieter- und Verbraucherschutzbund (AMV) bietet ab sofort regelmäßig Sprechstunden im Bürgerbüro in der Stadtteilbibliothek Falkenhagener Feld, Westerwaldstraße 9, an.

Hilfe- und Unterstützung bei Mieter- und Verbraucherproblemen ist der Zweck des Vereins, der am 28. Oktober ins Vereinsregister eingetragen wurde. Erster Vorsitzender ist der Rechtsanwalt Uwe Piper, zweiter Vorsitzender und Pressesprecher ist Marcel Eupen.

Letzterer ist in Berlin kein Unbekannter. Eupen brachte im Zusammenhang mit der Diskussion um den nach zwölf Tagen zurückgetretenen Justizsenator Michael Braun (CDU) das Thema Schrottimmobilien auf die politische Tagesordnung - bis er selbst wegen angeblicher Verstrickung in den Verkauf solcher Immobilien als Notar verhaftet wurde. Am 14. November 2013 schließlich verurteilte das Berliner Landgericht Eupen wegen Untreue zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. Eupen hofft allerdings darauf, dieses Urteil komplett aus der Welt schaffen zu können. Der Bundesgerichtshof verwarf mittlerweile auf seine Revision hin das Strafmaß, vor dem Bundesverfassungsgericht ist eine Beschwerde Eupens gegen den Schuldspruch an sich anhängig.

Gleichwohl ist Eupen bewusst, dass der Prozess gegen ihn eine Belastung für den neuen Verein sein könnte: "Mir ist klar, dass der AMV immer mit meiner Vergangenheit konfrontiert werden wird." Er wie auch der Verein insgesamt könnten die Menschen nur durch sachlich fundierte Arbeit überzeugen. Eupen ist optimistisch, dass ihm das gelingt. Auch der Anwalt und erste AMV-Vorsitzende, Uwe Piper, ist von Eupens Fähigkeiten als Helfer überzeugt: "Wir kennen uns schon aus dem Studium."

Sowohl Eupen wie Piper legen Wert auf die Feststellung, sachlich und ohne unrealistische Forderungen die Interessen von Hilfesuchenden zu vertreten. "Wir werden nie die Abschaffung der Mietkaution fordern, weil die zum einen sinnvoll ist und zum anderen die Durchsetzung dieser Forderung unrealistisch ist", nennt Eupen ein Beispiel. Schmunzelnd nennen beide Vorsitzende ihr Prinzip "sterbende Sachlichkeit".

Dazu gehört auch, dass der neue Verein zunächst keine Rechtsberatung, sondern nur Information anbietet. Die Registrierung für Rechtsberatung und Rechtsdienstleistungen beim Kammergericht ist beantragt. Im kommenden Jahr soll ein monatlich stattfindender Verbraucherstammtisch stattfinden, der erste soll dem Thema "Verkehrsunfall" gewidmet sein.

Die bisher 15 Vereinsmitglieder bieten Sprechstunden im Bürgerbüro (separater Eingang) der Stadtteilbibliothek Falkenhagener Feld, Westerwaldstraße 9, jeweils montags von 16.30 bis 19.30 Uhr, mittwochs von 10 bis 12 Uhr, freitags von 16.30 bis 19.30 Uhr und sonnabends von 10 bis 13 Uhr an.

Christian Schindler / CS
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1 Kommentar
Alexander Schultze aus Spandau | 22.09.2016 | 16:49  
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