Ein Leben für den Boxsport: Hans-Peter Miesner erhielt das Bundesverdienstkreuz

Staatssekretär Statzkowski (links) überreichte Hans-Peter Miesner das Bundesverdienstkreuz. (Foto: Thomas Frey)
 
Hans-Peter Miesner bei seiner Dankesrede. (Foto: Thomas Frey)

Spandau. Normalerweise schickt er Nachrichten, die auf die nächsten Boxkämpfe oder andere Veranstaltungen rund um diese Sportart hinweisen. Zuletzt gab es aber eine Mitteilung in eigener Sache.

Hans-Peter Miesner lud zur Verleihung des Bundesverdienstkreuz am Bande ein, das ihm am 17. November in der Senatsinnenverwaltung in Mitte von Berlins Sportstaatssekretär Andreas Statzkowksi (CDU) im Auftrag des Bundespräsidenten verliehen wurde. Gewürdigt wurde damit ein Leben für den Boxsport. Und das ist in seinem Fall ganz wörtlich zu nehmen.

Denn Hans-Peter Miesner wurde vor ziemlich genau 71 Jahren in eine Boxfamilie hineingeboren. Sein Vater Erwin gründete 1926 den Spandauer Box-Club (SBC 26). Und natürlich war der Senior sehr erfreut, dass auch sein Sohn sehr früh Interesse an diesem Sport zeigte.

Der setzte zunächst zu einer vielversprechenden Karriere an. Sie wurde allerdings nach nur zehn Kämpfen durch eine schwere Knieverletzung jäh beendet. Die hatte sich Hans-Peter Miesner aber nicht beim Boxen, sondern beim Fußball zugezogen. So begann schon in jungen Jahren seine Laufbahn als Funktionär. In verschiedenen Positionen hat er in den vergangenen fünf Jahrzehnten tiefe Spuren hinterlassen und prägt den Spandauer und Berliner Boxsport bis heute.

Seit 1965 amtierte Hans-Peter Miesner beim SBC 26 als Jugend- und Kassenwart, Schriftführer und Geschäftsführer, ehe er 1998 zum Vorsitzenden gewählt wurde. Und bereits elf Jahre zuvor war er Chef des Berliner Boxverbandes geworden. Mehrere mit dem Berliner Boxring Hertha BSC errungene deutsche Meisterschaften fallen ebenso in seine Amtszeit wie große, auch internationale Events. Und der Spandauer Verein wurde unter seiner Ägide zu einer Hochburg und Talentschmiede der Faustkämpfer. 1980 organisierte Hans-Peter Miesner zum ersten Mal das Jugendturnier um den Juliusturm-Pokal. Gut kann er sich auch noch daran erinnern, wie zu dieser Zeit auch ein damals 13-Jähriger beim SBC auftauchte, der es später bis zum Weltmeister brachte. Sein Name: Sven Ottke.

Ottke, Thomas Ulrich oder Oktay Urkal, das sind nur einige Namen, die in Spandau das erste Mal in den Ring gestiegen sind. Oder aktuell Nina Meinke, die inzwischen als eine der größten Hoffnungen im deutschen Frauenboxen gilt.

Gerade das Engagement für den Nachwuchs wurde auch von Staatssekretär Statzkowski bei der Verdienstkreuzverleihung besonders hervorgehoben. Damit habe Hans-Peter Miesner einen wichtigen sozialen und gesellschaftlichen Beitrag geleistet und die Integration gefördert.

Der Geehrte verfügt über eine Autorität und einen Stellenwert, die in 50-jähriger Funktionärskarriere gestählt wurden. Und obwohl eigentlich ein umgänglicher Mensch kann er verbal die Fäuste ausfahren, wenn es um die Belange des Boxsports geht. Das hat sich in den vergangenen Jahren auch bei manchen Querelen rund um die Bruno-Gehrke-Halle gezeigt.

Bei all seinen Aktivitäten habe er aber nicht als Einzelkämpfer agiert, betonte Hans-Peter Miesner bei der Bundesverdienstkreuzverleihung. Deshalb nehme er die Auszeichnung auch stellvertretend für viele ehrenamtlich Engagierte entgegen. tf
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