Abgespeckter Havel-Ausbau: Das Spandauer Horn wird aber abgebaggert

Spandau. Das Wasserstraßen-Neubauamt Berlin stellt im Februar den Antrag auf ein neues Planfeststellungsverfahren zum abgespeckten Ausbau der Havel im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nummer 17.

Damit geht laut Rolf Dietrich, Direktor des Wasserstraßen-Neubaumtes Berlin, die Behörde auf Kritiker ein, die in den alten Plänen eine ökologische Katastrophe sahen. Das Projekt 17 ist das einzige Wasserstraßenprojekt dieser Art. Es reicht von Niedersachsen bis Berlin.

Ein Ziel war freie Fahrt für sogenannte Europaschiffe und Schubverbände mit einer Länge von 185 Metern. Um den Verkehr ein beide Richtungen zu ermöglichen, müsste die Fahrrinne auf vier Meter Tiefe ausgebaggert werden, Kurven müssten auf 42 bis 77 Meter Breite wachsen. Für die ursprünglichen Pläne hätten bis zu 1000 Bäume gefällt werden müssen. Das Berliner Abgeordnetenhaus hatte sich schon 2008 auf Initiative des SPD-Abgeordneten Daniel Buchholz dagegen ausgesprochen.

Baubeginn Ende 2018

Wenn bei normalem Verlauf des Planfeststellungsverfahrens Ende 2018 mit dem Bau begonnen wird, werden noch höchstens 89 Bäume verschwinden. Begegnungsverkehr der Schiffsriesen ist nicht mehr vorgesehen. Ist einer unterwegs, müssen entgegenkommende Frachter in vier Wartestellen auf die Passage warten. Die Fahrtrinne muss nur auf 3,50 Meter Tiefe ausgebaggert werden, die Ufer werden naturnah gestaltet.

Gleichwohl wird sich ein gewohnter Anblick ändern: Das Spandauer Horn am Zusammenfluss von Havel und Spree wird abgetragen. Schuld daran sind nicht die 185-Meter-Riesen. Auch kleinere Schiffe können nach Passieren der Spandauer Schleuse von der Oberhavel aus nicht nach links in die Spree einbiegen. Sie müssen die Havel weiter befahren und erst auf dem Wannsee wenden. Gleichwohl, so verspricht Dietrich, wird eine Baumreihe erhalten bleiben.

Über die Einzelheiten des Verfahrens informiert Dietrichs Amt in einem Newsletter. Dieser kann unter http://asurl.de/12vfbestellt werden kann. CS
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