Neues Familienzentrum mit Kita – Anmeldungen ab sofort möglich

Martin Schaefer, Geschäftsführer des Familien- und Bildungszentrums, und seine Söhne Matthias (l.) und Christian auf der Baustelle. (Foto: Josephine Klingner)
 
Das Erdgeschoss und die erste Etage des Zentrums sind für die Kita und ein Kinderrestaurant vorgesehen. (Foto: Josephine Klingner)
Berlin: Familien- und Bildungszentrum, Kita Wunderkinder |

Fennpfuhl. Kitaplätze sind rar – auch in Lichtenberg. Deshalb entsteht in der Paul-Zobel-Straße 9–10 eine neue Tagesstätte. Die Besonderheit: Die Kita ist Teil eines Familien- und Bildungszentrums mit Café, Seminar- und Kulturräumen.

"Wunderkinder" ist der Name der neuen Einrichtung. Mitte Januar nächsten Jahres soll sie an den Start gehen. Für 150 Kinder ist Platz. Betreut werden sie nach der Reggio-Pädagogik. Das Konzept – entwickelt in den 1970er-Jahren – stammt aus Norditalien, benannt nach der Provinzhauptstadt Reggio nell’Emilia.

„Diese Pädagogik distanziert sich zum Beispiel von der Einteilung in gesunde und nicht gesunde Menschen“, betont Martin Schaefer, Geschäftsführer des gemeinnützigen Trägers "blu:boks Kinder- und Jugendbildung".

So gibt es in der neuen Kita keine sogenannten Integrationskinder. „Sie haben vielleicht den Status und brauchen besondere Hilfe, aber sie werden nicht so genannt." Willkommen seien alle Kinder, egal welcher Religion sie angehören, aus welchem Land sie kommen oder welche Kultur ihre Familien pflegen. Betreut werden sie von 30 Erziehern und Mitarbeitern, von denen einige auf Sprachförderung und Sonderpädagogik spezialisiert sind.

Ein Schwerpunkt der Kita liegt auf dem musisch-ästhetischen Bereich. Musik, Tanz, Theater und Gesang stehen auf dem Programm. Damit hat "blu:boks" Erfahrung: Seit Jahren stellt der Träger für Kinder und Jugendliche Projekte auf die Beine, darunter ein Tonstudio. Davon soll auch die Kita profitieren: „Es wäre doch toll, wenn die Kinder mit eigenen Weihnachtsliedern, gepresst auf einer CD, ihre Eltern überraschen können,“ sagt Schaefer.

Der stellvertretende Bürgermeister Andreas Prüfer (Die Linke) begrüßt den Neubau. Es gebe immer noch Kieze, in denen es nicht genug Kita-Plätze gebe. "Dazu gehören insbesondere Alt-Hohenschönhausen Süd und Alt-Lichtenberg.“ Derzeit verfüge der Bezirk über 12 847 Plätze in Tagesstätten und Tagespflegeeinrichtungen. Doch die Bevölkerung wächst – und damit auch der Bedarf an Kitas.

Doch der Kindergarten ist nur ein Teil eines größeren Vorhabens, des Familien- und Bildungszentrums. Es wird Räume für Kurse, Seminare, Geburtstage, Hochzeiten und Skatabende, aber auch für Kleinkunst, Konzerte und Lesungen geben. In der 240 Quadratmeter großen behindertengerechten Turnhalle sollen regelmäßig Sport- und Tanzveranstaltungen stattfinden. Selbst das Tonstudio wird für alle Generationen geöffnet sein. Etwas Besonderes ist das Café mit Kaminzimmer: „Es ist die Schnittstelle. Mütter, die ihre Kinder in die Kita bringen und noch einen Säugling haben, können vom Café aus direkt zur Säuglingsmassage oder zum Rückbildungskurs gehen.“

Rund 630 000 Euro gab es aus öffentlichen Töpfen für die Kita. Der Löwenanteil für das neue Zentrum, fast drei Millionen Euro, kam jedoch von der "Hoffnungsträger Stiftung", die sich Flüchtlingsarbeit und Prävention von Gewalt und Kriminalität von Kindern und Jugendlichen widmet.

Wer mehr wissen möchte, hat dazu bald Gelegenheit. Im Oktober ist ein Tag der offenen Baustelle geplant: „Wir laden alle Nachbarn ein und grillen gemeinsam.“ Er wolle die Fennpfuhler für das neue Zentrum begeistern und zeigen, dass das Haus für jedermann offen stehe.

Eltern, die einen Kitaplatz suchen, können ihre Kinder (0 bis 6 Jahre) bereits jetzt anmelden. Die Kita ist von 6 bis 18 Uhr geöffnet. Die Mütter und Väter sind zeitlich flexibel; sie können ihr Kind beispielsweise auch erst ab Mittag betreuen lassen. Näheres unter info@kita-wunderkinder.de oder  55 15 16 07. JK
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