Senator Michael Müller greift selbst zur Spraydose

Kunstbesichtigung im Körbchen (v.l.): Michael Müller, Stefanie Frensch und James Bullough. (Foto: Wrobel)

Fennpfuhl. Ein Blickfang ist das 32 Meter hohe Bild mit den drei aufeinander sitzenden Figuren jetzt schon. Wenn es nach Senator Michael Müller (SPD) geht, soll das Kunstwerk in der Landsberger Allee 228 B aber nicht nur schön sein.

Bevor die unter dem Künstlernamen "JBAK" bekannten Künstler James Bullough und Addison Karl den letzten "Pinselstrich" auf die 32 Meter hohe Fassade am Giebel des Plattenbaus an der Landsberger Allee 228 B ziehen sollten, luden sie am 7. Juli den Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller (SPD), ein, sich ebenfalls auf dem Bild zu verewigen. Der bestieg gut gelaunt und mit Spraydose in der Hand den Korb am Teleskopmast, um ein kleines vorgezeichnetes Feld mit Farbe zu füllen. Müller gefällt vor allem der öffentliche Charakter des Fassadenbildes, der im Rahmen des Projekts "Lichtenberg Open Art" der Wohnungsbaugesellschaft Howoge derzeit entsteht, erklärte er nach seinem künstlerischen Einsatz. In den kommenden Jahren sollen weitere international bekannte Künstler solche Bilder in den Großsiedlungen entstehen lassen. "Schon der Auftakt des Projekts mit dem Bild von Christian Awe an der Frankfurter Allee 192 war spektakulär. Ich freue mich, dass es mit dieser Initiative weiter geht", sagte Michael Müller. Hier sei Kunst nicht im Museum, sondern im Alltag erfahrbar. Doch das Projekt soll nicht nur Kunst entstehen lassen, die bloß schön aussieht. "Durch die Workshops mit Jugendlichen und den Austausch mit den Anwohnern kann die Initiative einen Impuls an die Bewohner weiter geben, sich aktiv für einen lebenswerten Kiez zu engagieren."

Tatsächlich werden die Künstler täglich von Anwohner auf ihre Arbeit angesprochen, die Jugendkunstschule Lichtenberg nimmt das Bild zum Anlass, eigene Workshops im Schatten der Platte durchzuführen. "Selbst einer der Drei, die wir abbilden, ist schon vorbeigekommen. Er wollte das erste Ergebnis sehen", sagt James Bullough. Das Bild mit dem Titel "Totem" soll Gemeinschaft darstellen. Die drei aufeinander sitzenden Figuren existieren im wahren Leben - es sind Freunde der Künstler: Tänzer. Ihre Identität wollen die Künstler jedoch nicht preisgeben. Denn das Bild ist trotz seiner fotorealistischen Anmutung kein Porträt im eigentlichen Sinne, sondern ein Symbol. Erfreut ist Bullough über den Fortgang der Arbeiten. In nur vier Wochen ist es weitgehend fertig - "obwohl uns zwischenzeitig der Teleskopmast kaputtging", sagt Bullough. Zusammen mit Addison Karl realisierte er bereits große, farbenfrohe Fassadenbilder in Dresden, Magdeburg, aber auch in Washington oder in Phoenix/USA.

"Für unser Projekt wollten wir nicht nur Künstler, die beeindruckende Bilder entstehen lassen. Erfahrung war uns wichtig. Um große Fassaden zu bemalen, gehören viele technische Fertigkeiten und körperliche Fitness dazu", resümiert die Geschäftsführerin der Howoge, Stefanie Frensch. Am 16. Juli können sich Kinder und Jugendliche vor Ort in der Landsberger Allee 228 B zusammen mit James Bullough und Addison Karl von 14 bis 18 Uhr an eigenen kleinen Kunstwerken ausprobieren. Eine Anmeldung ist nicht vonnöten, die Teilnahme ist kostenlos.

Weitere Informationen gibt es unter www.loa-berlin.de.

Karolina Wrobel / KW
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