"Der Vorschlag ist ernst gemeint": Der Pirat Florian Lange will Hanf auf öffentlichen Grünflächen pflanzen

Die Piraten Florian Lange (l.) und Yannick Meyer diskutieren auf einer Fraktionssitzung ihre Ideen. (Foto: Wrobel)
Berlin: Fraktion Piraten Lichtenberg |

Lichtenberg. Das Jahr 2015 wurde von den Vereinten Nationen zum "Internationalen Jahr der Böden" ausgerufen. Die Piratenpartei Lichtenberg nimmt das zum Anlass, den Anbau von Hanf zu fordern.

Mit ungewöhnlichen Mitteln will der Pirat Florian Lange dem Grünflächenamt unter die Arme greifen. Er brachte jüngst in die Bezirksverordnetenversammlung den Vorschlag ein, Nutzhanf auf öffentlichen Grünflächen anzubauen. "Mein Vorschlag ist ernst gemeint", sagt Lange, der sich im Umweltausschuss regelmäßig mit Fragen rund um die öffentlichen Grünflächen auseinandersetzt.
Sein Anliegen weiß er zu begründen: "Nutzhanf kann schlechte Böden aufwerten. Diese Pflanze hilft, mit Schwermetall belastete Böden zu sanieren", sagt er und beruft sich auf entsprechende Studien.
Zudem würde die Pflanze bis zu vier Meter hoch und so eine erhebliche Menge an Biomasse produzieren. Auch das helfe, die Bodenqualität zu verbessern. "Das steigert die Biodiversität, weil so ein Boden geschaffen wird, der von vielen verschiedenen Pflanzen besiedelt werden kann", erklärt der Pirat.
"Mir ist bewusst, dass das Thema Hanfanbau durchaus provokant ankommen kann", sagt Lange. Da hat er recht: Die meisten denken sofort an die Droge, also an die Cannabispflanze mit halluzinogenem Wirkstoff. Diesen Wirkstoff hat der Nutzhanf nicht. Äußerlich unterscheiden sich die beiden aber Pflanzen nicht, wohl deshalb ist der Anbau von Nutzhanf genehmigungspflichtig; der Besitz von Samen ist ebenfalls nicht erlaubt.
Darauf hat auch das Bezirksamt Lichtenberg hingewiesen. Der Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt, Wilfried Nünthel (CDU), ist wenig begeistert von dem Vorschlag: "Weder gibt die Rechtslage einen Spielraum zum Anbau von Hanf auf öffentlichen Flächen, noch ergibt dies fachlich einen Sinn", argumentiert er. "Es gibt genauso gut heimische Pflanzen, die förderlich für die Vitalität der Böden sind." Es bestehe kein Anlass, "über derlei Experimente nachzudenken."
Doch die Piraten mögen Hanf. Das bewies kürzlich auch eine Aktion am Kottbusser Tor in Kreuzberg. Mitten auf einer Verkehrsinsel sprossen plötzlich rund 700 zarte Nutzhanfpflänzchen. Die Polizei entfernte sie. Der Piraten-Abgeordnete Philipp Magalsk bekannte sich zu der Aktion.
Aber auch gegen den Hanf, der nach dem Rauchen Wirkung zeigt, hat die Partei nichts. Im Gegenteil. Sie setzt sich deutschlandweit für eine "repressionsfreie Drogenpolitik" ein und damit für die Legalisierung von Cannabis.
Die Lichtenberger Bezirksverordneten haben Florians Langes Antrag in den Umweltausschuss überwiesen. Der wird sich voraussichtlich am 14. Juli mit dem Thema beschäftigen. KW
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