Seit zehn Jahren wird die Bibliothek ehrenamtlich betrieben

Der Vorstand des Trägervereins der Bibliothek: Evelyn Eisenblätter (Vorsitzende), Sabine Burgaleta, Monika Seifert, Cordula Klaue und Dr. Hannelore Kauffeldt. Sie koordinieren die Arbeit in der Nachbarschaftsbibliothek. (Foto: BW)
Berlin: Nachbarschaftsbibliothek Französisch Buchholz |

Französisch Buchholz. Sie war die erste rein ehrenamtlich betriebene Bücherei im Bezirk: Die Nachbarschaftsbibliothek Französisch Buchholz kann auf stolze zehn Jahre ununterbrochenen Betriebs zurückblicken.

Die Ausgangssituation für dieses Ehrenamtsprojekt war alles andere als optimal. Deshalb ist es grandios, dass die Bibliothek nach wie vor besteht und ihr Angebot sogar stetig ausbaut. Dafür sorgt ein Team von ehrenamtlichen Helfern. Diese sichern die Öffnungszeiten ab, organisieren Veranstaltungen und engagieren sich für die Pflege des etwa 14.000 Bücher umfassenden Bestandes der Bibliothek an der Cunistraße 7.

Ende 2004 war es um die Stadtteilbibliothek im Ortsteil nicht gut bestellt. Das Bezirksamt hatte nach einschneidenden Sparmaßnahmen keine Mitarbeiter mehr für die Bücherei, die sich damals an der Berliner Straße 26 befand. Sie sollte geschlossen, der Medienbestand an andere Bibliotheken verteilt werden.

Dagegen protestierten Buchholzer Bürger. Gemeinsam mit dem Bezirksamt wurde überlegt, wie das Angebot doch noch erhalten bleiben könnte. Schließlich ließ sich das Bezirksamt auf die Idee ein, die Bücherei als Nachbarschaftsbibliothek von Ehrenamtlichen betreiben zu lassen.

Anfang Februar 2005 begann der Ausleihbetrieb, berichtet Dr. Hannelore Kauffeldt vom Vorstand des Vereins, der heute Träger die Einrichtung ist. Anfangs war es nur eine Handvoll Ehrenamtlicher, die den Ausleihbetrieb organisierte. An zwei Tagen in der Woche wurden Öffnungszeiten angeboten. Die Zahl der freiwilligen Helfer wuchs stetig. "Ich selbst stieß Ende März, Anfang April 2005 hinzu", berichtet Hannelore Kauffeldt.

Seit 2006 gibt es den Trägerverein der Bibliothek. Dieser hatte 2009 die nächste große Herausforderung zu bewältigen: Die Bücherei musste ihre Räume verlassen. Der Liegenschaftsfonds, der das Gebäude verwaltete, hatte einen Käufer gefunden. An der Cunistraße 7 fand der Trägerverein nicht nur geeignete Räume, sondern auch einen sozial engagierten Vermieter. Dieser kam dem Team beim Thema Miete sehr entgegen.

Nach dem Umzug schien das Projekt in einem ruhigen Fahrwasser. Doch 2011 kam die nächste Hiobsbotschaft. Auf einer Streichliste zu anstehenden Haushaltsberatungen im Bezirksamt fand sich auch die Nachbarschaftsbibliothek. Ihr sollte die Förderung ganz gestrichen werden. Ohne diese Zuschüsse wäre das Projekt nicht zu halten gewesen. Doch auch diesmal machten die Buchholzer gegen das Aus ihrer Bibliothek mobil. Mit Erfolg. Die Förderung blieb nicht nur im Haushalt verankert, sie wurde sogar noch ein wenig aufgestockt.

Heute steht die Bibliothek so gut dar, wie noch nie in ihrer zehnjährigen Geschichte. Im zurückliegenden Jahr konnte sie 148 neue Stammleser gewinnen und verzeichnete insgesamt 5168 Bibliotheksnutzer. Diese liehen knapp 11 600 Bücher aus. Des Weiteren organisierten die Ehrenamtlichen 55 Veranstaltungen für Kita-Gruppen und Schulklassen.

Geöffnet hat die Bibliothek Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 13 bis 19 Uhr sowie Freitag von 15 bis 18 Uhr. Die inzwischen 26 festen ehrenamtlichen Helfer sind so ein stabiles Team, dass der Trägerverein darüber nachdenkt, zusätzlich noch eine Montagsöffnungszeit anzubieten, berichtet Hannelore Kauffeldt. Außerdem möchte das Team noch mehr Angebote für Kinder machen: "Das sind unsere Leser von morgen", so das Vorstandsmitglied.

Weitere Informationen unter 49 78 32 79, www.nachbarschaftsbibliothek-buchholz.de.

Bernd Wähner / BW
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