14.2.2017 | Eine rote Kamelienblüte zum Valentinstag in Französisch Buchholz – für alle Liebenden und Unvergessenen!

Kamelienblüte aus Französisch Buchholz. Foto: Anne Schäfer-Junker
 
Gerard Geldermans Portrait Daniel N. Chodowiecki, Gemälde (nach Anton Graff). Ortschronik von Französisch Buchholz - Christrosen und "Wallfahrt nach Frantzösch Buchholz", 7.2.2017. Foto: Anne Schäfer-Junker
Berlin: Ortschronik Französisch Buchholz |

Eigentlich gibt es unzählige Erklärungen für diesen Tag – vom Mittelalter bis heute und weltweit, und auch dafür sich am Valentinstag Blumen zu schenken.

Kirchenhistoriker beispielsweise schreiben: „Im antiken Rom gedachte man am 14. Februar der Göttin Juno (Göttin der Geburt, der Ehe und Fürsorge), der Schützerin von Ehe und Familie. Den Frauen wurden an diesem Tag Blumen geschenkt.“

Als Ortschronistin von Französisch Buchholz möchte ich heute an mehrere Menschen erinnern, die uns kulturgeschichtlich mit ihrer Fürsorge lebendig begleiteten und ihre Familien mit Fürsorge und Liebe bedachten.

So würdigte die Interessengemeinschaft KULTURGUT-FranzösischBuchholz–BIENCULTUREL den 216. Todestag von Daniel Nikolaus Chodowiecki am 7. Februar mit dem Daniel-Chodowiecki-Portrait-Gemälde von Gerard Geldermans (nach Anton Graff) in der Ortschronik.

Das wunderbare Portrait ist eine Dauerleihgabe für Französisch Buchholz von Frau Eleonore Geldermans, die aus der Buchholzer Gärtnerfamilie Gross stammt und in Liebe unserem Ort verbunden geblieben ist. Chodowiecki war einer der gefragten Graphiker des 18. Jahrhunderts. Der Kupferstecher, Maler und Radierer Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726 –1801) kam im Jahre 1743 zur künstlerischen Ausbildung aus seiner Heimatstadt Danzig nach Berlin, wo er sich durch Fleiß und Disziplin ein hohes Ansehen erwarb.

Dabei unterstützten ihn die in der preußischen Residenzstadt tätigen Maler Antoine Pesne, Christian Bernhardt Rode, Joachim Martin Falbe sowie Nicolas Blaise Le Sueur. 1755 vermählte sich Chodowiecki mit Jeanne Barez, der Tochter des französischen Goldstickers Jean Barez, der in der Buchholzer Dorfkirche Madame Roulette geheiratet hatte. Seitdem gehörte der Künstler mit seiner Familie zur Berliner Hugenottengemeinde. Der Kupferstich „Die Wallfahrt nach Frantzösch Buchholz“ hat unseren Ort berühmt gemacht.

Søren Kierkegaard’s Weisheit „betrachten kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es aber vorwärts“ lässt mich an zwei kürzlich verstorbene Menschen erinnern.

Im damaligen Café Müller in der Treffpunktgemeinde schenkte ich Gisela Wotschke bei einer Lesung 2014 mein Buch über die preußische Königin Elisabeth Christine, Gemahlin Friedrich II., die in ihrem Leben öfter zu Predigten in die Buchholzer Dorfkirche kam.
Mit ihrer couragierten Darstellung der Königin Elisabeth Christine zu den Buchholzer Festtagen 2015 verschaffte Gisela Wotschke in ihrem Kostüm der Königin Elisabeth Christine lebendige Geltung.
Gisela Wotschke ist am 11.12.2016 ganz plötzlich aus der Welt gegangen. Auch ihr ist diese Kamelienblüte gewidmet.

Durch die Ortschronik zieht sich ein roter Faden – der viele Geschichten versammelt und mit all seinen BewohnerInnen kausal verbunden scheint. So war es ein kulturell aufregendes Erlebnis, dass Steffen Schubert als Kulturpolitiker, kommunaler Sozialpädagoge und Vertreter der AWO Nord-Ost in Französisch Buchholz uns beim Fest zu Ehren der Erfindung der Litfaßsäule durch Ernst Litfaß vor 200 Jahren am 11.2.2016 in der Ortschronik besuchte.
Am 13. Januar 2017 ist Steffen nach schwerer Krankheit gegangen, und diese rote Kamelie ist vor allem auch ihm gewidmet. Seine große Menschlichkeit gegenüber allen, denen er begegnete macht ihn unvergessen.

Die Interessengemeinschaft KULTURGUT-FranzösischBuchholz–BIENCULTUREL zeigt das Portrait-Gemälde Geldermans, gemeinsam mit dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Buchholz, in der Ortschronik, neben dem Stammbaum der berühmten Hugenottenfamilie Familie Guyot (gestiftet von der Buchholzer Familie Marks 2006).

Auf Wunsch können Sie meine Vorträge zur Ortsgeschichte und Kultur, zur Geschichte der Hugenotten, zu Johann Gottfried Schadow und den Menschen, mit denen Französisch Buchholz verbunden ist, in der Ortschronik hören und sehen. Die nächste Sprechstunde der Ortschronistin findet am 25. März 2017, 11 – 13 Uhr in der Ortschronik statt. (info@hugenottenplatz-berlin.de).
Anne Schäfer-Junker, ehrenamtliche Ortschronistin von Französisch Buchholz (seit Dez.2012)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.