Kung Fu ist ihr Leben: Tatjana Herrmann begeistert Menschen für die Shaolin-Kultur

Tatjana Herrmann ist Vorsitzende des Shaolin Kultur Vereins. (Foto: Bernd Wähner)
 
In einer Buchholzer Sporthalle gaben Mitglieder des Shaolin Kultur Vereins im Dezember einen Einblick in ihr Können. (Foto: Shaolin Kultur Verein/Tatjana Herrmann)
Berlin: Amtshaus Buchholz |

Französisch Buchholz. Der Shaolin Kultur Verein möchte die Pankower mit einer ganz besonderen fernöstlichen Lebensart bekannt machen. Für seine Mitglieder bietet er ein regelmäßiges Training, für Interessierte Kurse, Workshops, Vorträge und Präsentationen an.

Gegründet wurde der Verein von Tatjana Herrmann. Die 45-Jährige hat eine filmreife Lebensgeschichte. „Ich bin in Pferde vernarrt. Das Reiten war schon immer meine Sache. Deshalb wollte ich Reitlehrerin werden“, erzählt sie. „Mit 20 Jahren begann ich dann eine Ausbildung zur Pferdewirtin in Hoppegarten. Als Lehrling bestritt ich schon recht erfolgreich Rennen. Ich hatte zwar immer mal Unfälle, blieb aber trotzdem im Sattel.“

Nach der Lehre machte Tatjana Herrmann weiter. Sie wollte unbedingt die Meisterprüfung absolvieren. Doch Verletzungen machten ihr zu schaffen. Sie hatte permanent Schmerzen. Die Ärzte rieten ihr, mit dem Reiten aufzuhören. „Ich solle einen Bürojob annehmen, sagten sie. Doch ich wollte mich von meinem Traumberuf nicht abbringen lassen.“ Dann der große Tag. Mit eigenem Pferd bestand sie die Meisterprüfung zur Reitlehrerin. „Auf der Rückfahrt vom Prüfungsort hatte ich dann einen schweren Unfall. Ich brauchte Monate, um wieder auf die Beine zu kommen“, erinnert sie sich.

In der Genesungsphase hörte sie dann, dass Shaolin-Mönche in Berlin eine Show zeigen. „Mich faszinierten die Bewegungsabläufe“, sagt sie. Kurz danach besuchte die den Berliner Shaolin-Tempel. „Ein Probetraining brauchte ich nicht, sondern unterschieb sofort einen Vertrag. Für mich war klar, dass ich mich ab sofort der Shaolin-Kultur widme. Anfangs hatte ich noch Mörderschmerzen. Trotzdem trainierte ich fast jeden Tag.“

Nach zwei Jahren Training schon Weltmeisterin

Als sie damit anfing, war sie 31. Das regelmäßige Kung-Fu-Training half. Sie lernte schnell und intensiv. Die Schmerzen nahmen ab. Nach zwei Jahren, für Kung Fu eine unglaublich kurze Zeit, durfte sie zum ersten Mal zu den Weltmeisterschaften nach China fliegen. Kein Mensch dachte, dass sie dort Erfolg haben würde. Sie kehrte in beiden Kategorien, in denen sie antrat, mit Gold zurück. Inzwischen nahm sie viermal an den Titelkämpfen teil, und wurde jeweils zweifache Weltmeisterin. Das letzte Mal war das 2014. In dem Jahr bestand sie auch die Prüfung zum 6. Duan, dem höchsten Kung-Fu-Meistergrad.

Tatjana Herrmann trainierte aber all die Jahre nicht nur, sie bildete sich auch in Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation weiter, ist inzwischen ärztlich geprüfte Gesundheitsberaterin und Gesundheitscoach. Weil sie Ihre Begeisterung für die Shaolin-Kultur mit anderen teilen möchte, gründete sie mit Mitstreitern den Shaolin-Kulturverein. „Wir möchten in Berlin eine Gemeinschaft schaffen, in der sich alle heimisch fühlen, die sich für diese Kultur interessieren“, sagt Tatjana Herrmann. Der Verein hat seinen Treffpunkt im Amtshaus Buchholz. Das Kung-Fu-Training findet in zwei Pankower Sporthallen statt. Auch Qi Gong, Tai Chi, Mediation und Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bietet der Verein an. An einem Sonnabend im Monat ist Vereinstag unter anderem mit Vorträgen über Buddhismus oder chinesischem Kochen. Der Verein steht für alle Altersgruppen offen. BW

Weitere Informationen zum Verein gibt es auf www.shaolinkulturverein.de.
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