Wasserbetriebe arbeiten noch bis Ende September

Friedenau. Der Lärm ist ohrenbetäubend. Seit Wochen dröhnen die Baumaschinen auf dem Mittelstreifen der Rheinstraße in Höhe der Hausnummer 62. Mehr als zwölf Stunden lang, von cirka 7 bis 20 Uhr, sechs Tage in der Woche.

Anwohner, Geschäftsleute und Beschäftigte sind genervt und verzweifelt. Denn es scheint niemanden zu geben, der sich zuständig fühlt - nicht einmal für eine Auskunft. Den Anwohnern sei quasi über Nacht eine Großbaustelle vor die Nase gesetzt worden, ohne sie darüber zu informieren, kritisiert Britta J., eine der Betroffenen. Sie möchte einfach nur den Anlass der Bauarbeiten kennen und erfahren, wann ihr Martyrium des Dauerlärms und Dauerdieselgestanks ein Ende findet.

Doch vom Umwelt- und Naturschutzamt des Bezirks erfährt Britta J. Anfang August nur, dass für Baustellenlärm die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz zuständig sei. Am 11. August heißt es aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt: "Auf Grund der aktuellen Personalsituation sind wir leider nicht in der Lage, Ihre Beschwerde in angemessener Zeit weitergehend zu bearbeiten. Wir bitte Sie um Verständnis."

Der Sachbearbeiter der Senatsverwaltung empfiehlt noch, unmittelbar mit der Baustellenleitung das Problem zu klären, sich an das bezirkliche Stadtentwicklungsamt zu wenden oder bei "sonstigem dringlichen Handlungsbedarf" die Polizei zu rufen. "Unglaublich und unfassbar, wie hier mit Bürgeranliegen umgegangen wird", sagt Britta J.

Auf Anfrage teilt Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) mit, dass es eine Baustelle der Berliner Wasserbetriebe sei. Deren stellvertretende Pressesprecherin Saskia Solar erläutert die Situation: Es handele sich um eine Kanalsanierung in der Friedenauer Senke. "Wir fahren den Vortrieb und der ist leider laut", so Solar. Den Sonnabend als Bautag haben die Wasserbetriebe mittlerweile gestrichen. "Wir sind nur noch von Montag bis Freitag da", sagt die Pressesprecherin. Und das bis Ende September. "Wir bedauern die Lärmbelästigung sehr." Aber der Lärmpegel übersteige nicht die zulässigen Emissionsgrenzwerte, und die Anwohner hätten später keine feuchten Keller mehr.


Karen Noetzel / KEN
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