Sporthalle endlich wieder in Betrieb: Lehrer, Schüler, und Sportbegeisterte haben zehn Monate warten müssen

Die Doppelsporthalle an der Schwalbacher Straße muss noch für rund 3,4 Millionen Euro saniert werden. Die Frage lautet, wann? (Foto: KEN)
 
Uwe Jeske (Mitte), Rektor der Stechlinsee-Grundschule, Baustadtrat Daniel Krüger (2.v.r.) und der Vorsitzende der Gesamtelternvertretung des Paul-Natorp-Gymnasiums, Oliver Schreer (rechts) durchschneiden das Band bei der Wiedereröffnung der unteren Turnhalle. (Foto: KEN)
Berlin: Stechlinsee-Grundschule |

Friedenau. Der „Runde Tisch Schulsanierungsstau“ konnte pünktlich zu Beginn des neuen Schuljahres die Wiedereröffnung der unteren Sporthalle der Stechlinsee-Grundschule feiern.



„Heute ist ein guter Tag. Unser Protest hat sich gelohnt“, sagte Oliver Schreer von der Gesamtelternvertretung des Paul-Natorp-Gymnasiums, das gemeinsam mit Eltern- und Schulvertretern der Grundschule und des Rheingau-Gymnasiums sowie Mitgliedern des Friedenauer TSC 1886 Mitte 2014 den runden Tisch gebildet hatte.

Die Schulen und der Verein nutzen die beiden Doppelhallen an der Schwalbacher und der Rheingaustraße. Im August 2013 kam es in der Sporthalle in der Schwalbacher Straße nach einem Unwetter zum Wassereinbruch. Sie musste zur Hälfte gesperrt werden. Im Oktober 2014 fiel Putz von der Decke der Turnhalle der Stechlinsee-Grundschule. Das Bezirksamt sperrte vorsorglich auch diese Halle. Der Sportunterricht für 1700 Friedenauer Schüler brach zusammen. Der TSC musste sein Trainingsangebot einschränken mit der Folge, dass er mehrere Hundert Mitglieder verlor.

Eltern, Schulleitungen, Lehrer und TSC formierten sich, um die Öffentlichkeit auf die Misere aufmerksam zu machen. Für Schulgebäude in Tempelhof-Schöneberg beläuft sich der Sanierungsstau auf 250 Millionen Euro. Abgesehen von den unzureichenden Finanzmitteln hat die Bauverwaltung zu wenig Personal, um Bauvorhaben planen zu können.

Mitte 2014 gab es Gespräche mit dem Bezirksamt, um Zusagen für eine Sanierung und die Bauplanung zu erhalten. Es folgten Bürgeranfragen in der Bezirksverordnetenversammlung und eine Flut von E-Mails an Bezirkspolitiker, Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) und Vertreter des Abgeordnetenhauses. „Was uns auf die Palme gebracht hat, war, dass zehn Monate nichts passierte“, erklärt Oliver Schreer. „Die Dringlichkeit war dem Bezirksamt durchaus bewusst“, sagte Baustadtrat Daniel Krüger. Sein Bauamt sei an das Problem „mit Ernsthaftigkeit und Herzblut“ herangegangen. Krüger verwies darauf, dass das Bezirksamt im November 2014 mit den Betroffenen die Absprache getroffen habe, die untere Sporthalle der Stechlinsee-Grundschule soweit zu sanieren, dass sie wieder in Betrieb gehen kann. Eine Instandsetzung der oberen Halle steht weiterhin aus.

Nach langwierigen materialtechnischen Prüfungen der über 100 Jahre alten genieteten Stahlträger konnten dann im Juli und August für 110 000 Euro die krebserregenden künstlichen Mineralfasern in der Decke entfernt, die Decke neu aufgebaut und die Halle frisch gestrichen werden.

Für die Sanierung der Sporthalle in der Schwalbacher Straße gibt es eine Zusage des Senats über knapp 3,4 Millionen Euro aus SIWA-Mitteln. „In den kommenden Monaten können wir neue Mitarbeiter begrüßen und ab Herbst die Planungen für eine Sanierung fortsetzen“, versprach Daniel Krüger. Eine Sanierung bei laufendem Betrieb sei aber nicht möglich, fügte der Stadtrat hinzu.

„Die Schließung der Hallen wird Jahre dauern und den Sportbetrieb vor neue Probleme und Herausforderungen stellen“, befürchtet Oliver Schreer. KEN
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