Nachbarschaftshaus Friedenau: ein offenes Haus mit Schwerpunkt Kultur

Andreia dos Santos leitet das Kultur-Café im Nachbarschaftshaus Friedenau. (Foto: KEN)

Friedenau. "Wir sind das verlängerte Wohnzimmer", sagt Andreia dos Santos über das Nachbarschaftshaus Friedenau. Ein Haus, in das jeder mit seinen Problemen, aber auch mit Ideen kommen kann.

Alle Lebenslagen sind abgedeckt, von Wellcome-Angeboten für junge Familien bis zur Hospizarbeit. 16 Kitas, die gemeinnützige Pflege-Gesellschaft und ein Hospiz befinden sich unterm Dach des Trägervereins "Nachbarschaftsheim Schöneberg", übrigens die größte Einrichtung ihrer Art in Berlin.

"Hilfe zur Selbsthilfe" war und ist die Losung, die der langjährige, inzwischen verstorbene ehemalige Geschäftsführer Georg Zinner für sein Haus ausgegeben hatte. Seine Nachfolgerinnen Franziska Lichtenstein und Bianca Thiede, arbeiten in diesem Geiste fort.

Ein bedeutender Schwerpunkt ist die Stadtteil- und Kulturarbeit unter Federführung von Annemarie Kühnen-Hurlin. Sie findet Ausdruck in so etablierten Institutionen wie "Theater der Erfahrungen" am Vorarlberger Damm 1, Friedenauer Frauenchor, Friedenauer Konzertchor und Shalom-Chor Berlin, Nachbarschaftscafé, Treffpunkt 50 plus, dem Ehrenamtsprojekt der Stadtteilzeitung und dem Kultur-Café in der Holsteinischen Straße 30 im Nachbarschaftshaus.

Andreia dos Santos leitet das Kultur-Café, Veranstaltungsort und Veranstaltungsreihe in einem. Hier organisiert ein engagiertes Team von Ehrenamtlichen ein anspruchvolles Programm mit namhaften Künstlern aus dem Kiez, aus Berlin und der ganzen Bundesrepublik.

"Gerade wurde ein Arbeitskreis für Fotografie gegründet", so die studierte Literaturwissenschaftlerin über die Dynamik der Kulturarbeit. Leiter ist der Profi-Fotograf Michael Eule.

Die Foto-Gruppe wird wahrscheinlich denselben großen Erfolg haben wie der offene Singkreis, der am ersten und dritten Donnerstag im Monat stattfindet. Angeleitet von einer Musikstudentin nehmen daran schon mehr als 30 Menschen aus der Nachbarschaft teil. Darunter sind auch drei mit einer geistigen Behinderung. "Unbeabsichtigt ist der Singkreis zu einem inklusiven Projekt geworden", freut sich Andreia dos Santos.

Wer sein Hobby mit anderen teilen möchte, ist im Nachbarschaftshaus Friedenau hoch willkommen. Es treffen sich Initiativen und Gruppen, die gern Texte schreiben oder über Literatur diskutieren, sich mit philosophischen Fragen beschäftigen, "nur" mit Martin Heidegger auf Englisch parlieren oder Persisch erlernen möchten.

Räumlichkeiten stellt die Einrichtung zur Verfügung. Die Teilnehmer müssen nur einen Solidaritätseuro je Treffen und Person zahlen. Andreia dos Santos hat sich für 2015 zum Ziel gesetzt, noch mehr Leute aus dem Stadtteil für die Kulturarbeit zu begeistern, etwa die Gewerbetreibenden. Der geplante Fotowettbewerb zu fremden Kulturen in der Nachbarschaft wird ebenfalls in das Quartier ausstrahlen. Unterstützt wird er von Lette-Verein, Foto Meyer und der PSD Bank.

Im Sommer wird es für alle diese Aktivitäten mehr Platz geben. Das Nachbarschaftsheim Schöneberg hat ein Haus in der Handjerystraße erworben. Es wird Sitz der Gesamtverwaltung, die in der Holsteinischen Straße untergebracht ist.

Veranstaltungen im Januar: 8. Januar bis 26. März 10 Uhr: Fit ab 50, zwölf Termine zu 48 Euro; 14. Januar 15 Uhr Besichtigung der Askania Uhrenmanufaktur, Treffpunkt: 14.45 Uhr im Hof 1 der Hackeschen Höfe, Rosenthaler Straße 40-41, drei Euro. Anmeldung bis 7. Januar, 85 99 51 34; 30. Januar 15 Uhr: Gemeinsam schmeckt’s besser. Fit mit Joghurt und Quark im Nachbarschaftscafé, 3,50 Euro.

Mehr Informationen zur Einrichtung unter www.nbhs.de/.

Karen Noetzel / KEN
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