Bürger werfen Stadtrat Daniel Krüger Panikmache am Breslauer Platz vor

Friedenau. Ein kürzlich von Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) veranstaltetes Informationsgespräch mit Anrainern der Lauterstraße 14-18 geriet zur heftigen Auseinandersetzung mit der Bürgerinitiative "Breslauer Platz".

Diese wehrt sich weiterhin gegen die Absicht von Krüger, die Lauterstraße als Anlieger- und Anlieferstraße zu belassen - mit der mittlerweile berühmten Drei-Zentimeter-Stolperkante. Sie wirft Krüger in diesem Zusammenhang auch vor, er baue vor den Hauseigentümern und Mietern in der Lauterstraße ein Angstszenario auf: Ohne Anlieferstraße keine Zufahrt mehr zu den Geschäften und Arztpraxen, weitere Fußwege zwischen Lkw und Hauseingang für Lieferanten oder beschwerliche Selbstabholung von Lieferungen in der Niedstraße oder in der Schmargendorfer Straße, höhere Müllgebühren, weil sich die Fuß-Transportwege mit den Abfallbehältern verlängerten.

Angesichts des von der Bezirksverordnetenversammlung verhängten Baustopps auf dem Platz forderte die Bürgerinitiative Krüger auf, nicht seine eigene Planung durchsetzen zu wollen, sondern nach Kompromisslösungen zu suchen. Der Baustadtrat präsentierte in der Veranstaltung im Schlesiensaal des Friedenauer Rathauses zwei Planungsvarianten. Eine sieht vor, die Fläche einschließlich der Lauterstraße komplett durchzupflastern und einen Radweg auf der Westseite anzulegen, mit Fahrrad- und Fußgängerampel an der Einmündung in die Rheinstraße. Das andere wäre eine Fußgängerzone mit "Radfahrer frei", für Stadtrat Krüger allerdings ein gefährliches "Kreuz und Quer" der Radfahrer, das schwer zu ahnden sei. Geschäftsleute und Ärzte in der Lauterstraße wollen, dass alles so bleibt wie es ist. Manche sehen sich ohne zugelassenen Lieferverkehr in ihrer Existenz bedroht. Die Bürgerinitiative warf Krüger vor, "zu polarisieren" und überreichte ihm eine Sammlung mit 400 Unterschriften von Bürgern, die keine "Stolperkante" wünschen.

Einen Kompromiss gibt es vielleicht schon: Peter Woltersdorf vom Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein (ABSV) war mit Akteuren aus dem Bezirk auf dem Platz. Das Ergebnis: eine Fußgängerzone mit Duldung des Fahrradverkehrs in Schritttempo.


Karen Noetzel / KEN
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