Krebs-Beratungsstelle feierte ihren 30. Geburtstag

Jutta Hahne (links) und Regina Olschewski-Boldt engagieren sich als ehrenamtliche Vorstandsmitglieder. (Foto: Liptau)

Friedenau. Seit drei Jahrzehnten stehen die Mitarbeiterinnen der psychosozialen Beratungsstelle für Krebskranke und Angehörige ihren Klienten in schweren Zeiten zur Seite. Hilfe bekommt jeder, der sich der Krankheit nicht so einfach ausliefern will.

Das Hauptthema in den Gesprächen, sagt die erste Vorsitzende der Beratungsstelle, Regina Olschewski-Boldt, sei "erst mal die Angst". Wer die Angebote der vier Psychologinnen und Sozialpädagoginnen in der Cranachstraße 59 wahrnimmt, gehöre zu denen, die ihr Leben wieder unter eigene Kontrolle bringen wollen. Die den Prozess ihrer Erkrankung - unabhängig vom Ausgang - so gut es geht selbst mitgestalten möchten. Dieser Gedanke habe schon vor 30 Jahren bei der Gründung an erster Stelle gestanden. "Es gab zu der Zeit schon Selbsthilfegruppen", erklärt Olschewski-Boldt. "Die Idee unserer Gründerinnen war allerdings, dass die Situation auch nicht besser wird, wenn man sich gegenseitig erzählt, wie schlimm alles ist." Vielmehr müsse es darum gehen, auch die schwierige Situation einer Krebserkrankung "konstruktiv zu wenden". Also das Beste daraus zu machen und eben daraus neue Kraft zu schöpfen. Der erste Kontakt kommt oft über eine telefonische Beratung zustande. Trotzdem findet der Großteil der Gespräche dann in der Beratungsstelle statt. Entweder als Einzelgespräch oder in der Gruppe. "Diese Gruppen sind dann allerdings angeleitet", sagt Jutta Hahne, ebenfalls ehrenamtliches Vorstandsmitglied. Die Teilnehmer sollen sich schließlich "gegenseitig nicht zu sehr belasten". Gesprächsangebote gibt es darüber hinaus auch für die Angehörigen der Erkrankten. "Denn die", so Olschewski-Boldt, "stehen schließlich oft genauso ratlos vor der Situation."

Die Beraterinnen wollen dies nicht nur mit Fachwissen aufbrechen, sondern auch durch ihre persönlichen Erfahrungen. Denn sie waren alle entweder selbst oder als Angehörige von Krebs betroffen. "Dadurch entsteht eine ganz andere Gesprächsatmosphäre", sagt Hahne. Die Beraterinnen würden automatisch als ermutigendes, "gutes" Beispiel vorangehen. Allein durch die Tatsache, dass die Klienten im Gespräch einer Person gegenübersitzen, die die Krankheit bezwungen hat, gebe ihnen oft ein Stück Zuversicht zurück. Und die sei wichtig. "Es ist erwiesen, dass durch eine bewusstere Einstellung zu der Krankheit die Selbstheilungskräfte aktiviert werden", sagt Olschewski-Boldt.

Finanziert wird das Angebot zum größten Teil durch die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. Das Beratungsangebot ist deshalb grundsätzlich kostenlos, Spenden werden allerdings erbeten.

Mehr Informationen unter 89 40 90 40 und im Internet unter www.krebsberatung-berlin.de.

Ralf Liptau / flip
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