Landesfinanzamt für Fahndung und Strafsachen zieht an den Breslauer Platz

Friedenau. Seit Jahren hat sich der Bezirk bemüht, das Rathaus Friedenau loszuwerden. Jetzt ging es plötzlich ganz schnell: Ende Dezember wurde es rückwirkend zum 1. Januar 2013 in Landesbesitz übertragen.

Auf einmal ist der Bezirk also schon seit über einem Jahr Mieter im vormals eigenen Haus. Das Rathaus am Breslauer Platz gehört jetzt als "Sondervermögen Immobilien des Landes Berlin" (SILB) der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Entgegen der ursprünglichen Pläne, das Haus frei auf dem Immobilienmarkt anzubieten, bleibt es in Landesbesitz. Den Mitarbeitern des bezirklichen Jugendamts, die derzeit noch vor Ort sitzen, werden Mitarbeiter des Finanzamts für Fahndung und Strafsachen folgen. Diese Landesbehörde ist momentan in gemieteten Räumen in der Ullsteinstraße untergebracht.

"Sowohl als Bürgermeisterin als auch als Finanzstadträtin bin ich froh, dass uns das jetzt so gelungen ist", sagt Angelika Schöttler (SPD). Die rückwirkende Übertragung ist deshalb wichtig, weil der Bezirkshaushalt anhand der Daten des jeweils vorvergangenen Jahres entworfen wird. "Das Rathaus als Ausgabefaktor ist dann also schon ein Jahr früher raus aus der Planung", so die Bürgermeisterin.

Die Mitarbeiter des Jugendamts werden künftig auf das Rathaus Schöneberg und den Bürostandort Rathausstraße/Königstraße in Tempelhof verteilt.

Umbauten erforderlich

Was mit den anderen Einrichtungen und Institutionen vor Ort passiert, wird derzeit laut Angaben des Stadtrats für Facility Management, Daniel Krüger (CDU), geprüft. Konkret geht es vor allem um das private Theater Morgenstern, den Tanzsportverein Blau-Silber Berlin und die Gerhart-Hauptmann-Bibliothek. Einen Kantinenbetrieb könne die BIM künftig, so Krüger, "nicht im gegenwärtigen Umfang anbieten".

Der Umzug der Dienststellen soll zum nächsten Jahreswechsel über die Bühne gehen. Bis dahin muss im Rathaus Schöneberg und in der Tempelhofer Rathausstraße noch kräftig umgebaut werden.

"Das wird richtig knapp", sagt die Bezirksbürgermeisterin. Verspricht aber: "Wir werden zu dem Zeitpunkt das Rathaus Friedenau frei machen, an dem das Finanzamt einziehen will."


Ralf Liptau / flip
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