Pläne für ehemaligen Güterbahnhof vorgestellt

Friedenau. Zwei Konsenspläne für die Entwicklung des ehemaligen Güterbahnhofs Wilmersdorf sind vorgestellt worden. Damit ging die dem offiziellen Verfahren vorangestellte Bürgerbeteiligung jetzt zu Ende.

Wie berichtet plant die Hamburger Böag Beteiligungs-AG auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände im Süden des Innsbrucker Platzes ein Stadtquartier. Hier sollen gut 700 Wohnungen entstehen, ein Supermarkt und ein Selfstorage-Gebäude. Das Unternehmen hat die Nachbarn seit November in die Ideenfindung einbezogen. "Das gesetzlich vorgeschriebene Beteiligungsverfahren wird es trotzdem geben", betont Stadtentwicklungsstadträtin Sibyll Klotz (Bündnis 90/Grüne). Auf Grundlage der städteplanerischen Vorschläge von drei Architekturbüros sind in den vergangenen Wochen mit einem Expertengremium zwei Konsenspläne erarbeitet worden, die nun vorgestellt wurden. Gemein ist beiden eine Konzentration der Baumasse im Norden des Gebiets. Die Wohnbauten in "Kammstruktur" sollen das Quartier vom Lärm der Autobahn und des S-Bahnrings abschirmen. Die erste Variante sieht vor, die übrigen Bauten so zu gruppieren, dass ein Grünstreifen die Neubauten vom bestehenden Quartier räumlich absetzen würde. In der zweiten Variante schließen die Bauten direkt an die Bestandsgebäude im Süden an - dadurch entsteht eine Freifläche im Inneren des Neubauareals. Während die Planer eher zu dieser Variante tendieren, sprachen sich die meisten Anwohner für die erste Variante aus.

Das Verkehrskonzept ist für beide Varianten ähnlich. Ein Einbahnstraßen-Ringsystem soll das Quartier vor allem von der Hauptstraße aus erschließen. Nur die Bauten im Westen sollen über die Handjerystraße erreichbar sein. Geparkt wird in dezentral gelegenen Tiefgaragen. Identisch ist auch die Lage der beiden Stadtplätze an der Haupt- wie der Lauterstraße. Supermarkt und Selfstorage-Gebäude sollen an der Hauptstraße liegen.

Weil sich Anwohner und Planer nicht einigen konnten, gehen jetzt beide Varianten in das Bebauungsplanverfahren. "Da ist noch nichts in Beton gegossen", unterstreicht Klotz. Bis der B-Plan endgültig steht, dauere es erfahrungsgemäß mindestens noch eineinhalb Jahre.


Ralf Liptau / flip
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