Ruppin-Grundschule muss wahrscheinlich saniert werden

Die Fassade der Ruppin-Grundschule wird im Frühjahr genauer untersucht. (Foto: Liptau)

Friedenau. Einige Kinder in der Ruppin-Schule werden im Frühjahr hinter einem Baugerüst lernen, weil die Fassade an der Hofseite auf Schäden untersucht werden muss. Danach wird voraussichtlich kräftig saniert.

Bereits seit einiger Zeit sollen die Wände der Ruppin-Grundschule an der Laubacher/Ecke Offenbacher Straße Feuchtigkeit ziehen. Genau genommen seit rund 100 Jahren. Zwischen 1911 und 1914 ist das Schulhaus an der Grenze von Friedenau nach Wilmersdorf nach Plänen des Architekten Hans Altmann errichtet worden. Angeblich sei auf einen Baufehler von damals zurückzuführen, dass gestaute Feuchtigkeit auf Mauervorsprüngen zum Gebäude hin - und nicht etwa von ihm weg sickert. Soweit das, was man sich so erzählt.

Die Folgen dieses angenommenen Fehlers lassen sich konkreter belegen: Seit Jahren ist die Feuchtigkeit an mehreren Stellen im Gebäude zu beobachten, im vergangenen Jahr wurde ein Baugutachter durch die Räume geschickt. Seine Erkenntnis gibt nun Anlass zur Sorge. Wie Baustadtrat Daniel Krüger (CDU) in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mitteilte, seien Stahleinlagen und -träger über den Fenster- und Balkonöffnungen so stark korrodiert, "dass das Gefüge der Außenmauerwerkswände gestört" sei. Im Zuge einer notwendigen und umfassenden Bestandsaufnahme solle nun geklärt werden, welche Fassadenteile wie stark beeinträchtigt sind. Dafür soll die Hoffassade im Frühling eingerüstet werden, um beispielsweise die Gesims- und Brüstungselemente und die Einbindung der Geschossdecken in das Außenmauerwerk "zu öffnen und zu prüfen". Eine konkrete Gefahr, beschwichtigt der Stadtrat, gebe es allerdings nicht. Trotzdem müsse bald gehandelt werden, "um Folgeschäden an der unter Denkmalschutz stehenden Bausubstanz vorzubeugen und Risiken auszuschließen".

Für die Vorsitzende des Schulausschusses in der BVV, Martina Zander-Rade (Bündnis 90/Grüne), gehen die Maßnahmen trotzdem nicht schnell genug voran. "Wir haben die Schäden schon im Mai 2011 bei einer Begehung festgestellt", sagt sie. Daraufhin seien sie "gleich danach und dann noch ungefähr 17 mal" gemeldet worden. Warum das Amt erst jetzt aktiv geworden sei, verstehe sie nicht. "Außerdem wissen Sie heute immer noch so gut wie nichts über die Mängel", kritisierte sie den Stadtrat.

Denn der konnte nicht nur das genaue Ausmaß der Schäden noch nicht benennen. Er konnte auch noch keine verlässlichen Angaben über die zu erwartenden Kosten machen. Krüger: "Als Hinweis auf die Größenordnung muss jedoch von einem siebenstelligen Betrag ausgegangen werden."


Ralf Liptau / flip
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden