Wird die Handjerystraße Fahrradstraße?

Mit dem Aufmalen des Fahrradstraßenlogos ist es nicht getan. (Foto: KEN)

Friedenau. Die Handjerystraße in eine Fahrradstraße umzuwidmen, könnte im Handumdrehen geschehen. Aber brächte das überhaupt mehr Sicherheit für Radfahrer?

Darüber hat Tempelhof-Schönebergs Ordnungs-, Straßen- und Grünflächendezernentin Christiane Heiß (Bündnis 90/Grüne) auf Einladung des Friedenauer Ortsvereins ihrer Partei unlängst mit Bürgern vor Ort diskutiert.

Im Januar 2015 hat die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) den Beschluss gefasst, die Handjerystraße als Fahrradstraße „zu markieren“. Den entsprechenden Antrag hatten seinerzeit die Grünen eingebracht. Sie wollen die Handjerystraße zur Vorrangstraße für Radfahrer machen. Schließlich, so die grüne Friedenauer Bezirksverordnete Annabelle Wolfsturm, gebe es für Autofahrer ausreichend große Verkehrsadern, etwa die Bundesallee.

Obgleich Christiane Heiß meint, dass es in Berlin zu viele Autos gebe und Friedenau, vor der Ära des motorisierten Individualverkehrs gebaut, für diese Art der Mobilität nicht geeignet sei, hat die Stadträtin Vorbehalte gegenüber der Fahrradstraße.

Weil die Straße zwischen Bundesallee und Varziner Straße acht Kreuzungen aufweist, müssten zur Unterbrechung des Vorrangs für Radfahrer 64 zusätzliche Verkehrsschilder aufgestellt werden, ein wahrer Schilderwald.

Einen „ungelösten Konflikt“ sieht Heiß aber in erster Linie zwischen einer Fahrradstraße Handjerystraße und der Spielstraße rund um den Perelsplatz. Wird die Handjerystraße umgewidmet, muss die Spielstraße aufgehoben werden.

Alternativen, die Veranstaltungsteilnehmer vorbrachten, wie beispielweise die Umwandlung der Handjerystraße in eine Einbahnstraße oder die Brechung der Straße an einer oder mehreren Stellen, um eine Durchfahrt für Autofahrer unattraktiv zu machen, oder ein „Abpollern“ sind laut Heiß nach der Straßenverkehrsordnung zwar möglich, hätten aber auch ihre Nachteile: schnelleres Fahren in einer Einbahnstraße sowie ausgiebige Prüfungen – was das in Berlin heißt, ist bestens bekannt.

Stadträtin Christiane Heiß plädierte daher für eine Sanierung bestehender und den Neubau von Radwegen im Rahmen des Fahrradnebenroutenkonzepts. „Berlin hat genug Geld. Wir können in den Radverkehr investieren“, so die Politikerin.

Wie es mit der Handjerystraße weitergeht, wird im Fahr-Rat und im BVV-Verkehrsausschuss diskutiert. Christiane Heiß kündigte an, sich an die Beschlussempfehlung des Ausschusses halten zu wollen. KEN
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