Finanzsenator auf Tour quer durch den Tierpark

Der Direktor Andreas Knieriem (l.) führte den Abgeordneten Gregor Költzsch (2.v.l.) und Finanzsenator Mathias Kollatz-Ahnen (r., beide SPD) durch den Tierpark. (Foto: Wrobel)
 
Von den Haltungsbedingungen der Tiere überzeugte Andreas Knieriem (l.) den Abgeordneten Gregor Költzsch und den Finanzsenator Mathias Kollatz-Ahnen (r.), indem er sie beide mit ins Katzengehege nahm. (Foto: Wrobel)
Berlin: Tierpark Berlin |

Friedrichsfelde. Mit einer Finanzspritze von rund fünf Millionen Euro wird in diesem Jahr der Grundstein für den Umbau des Tierparks zu einem Themenpark gelegt. Die künftigen Baustellen nahm jetzt auch Finanzsenator Mathias Kollatz-Ahnen (SPD) in Augenschein.

"Das letzte Mal war ich hier in den 1980er Jahren", sagt Kollatz-Ahnen. Seitdem mag sich im größten Landschaftstierpark Europas kaum etwas verändert haben. Das soll jetzt anders werden. Ein Themenpark soll entstehen. Und weil es in diesem Jahr mit den ersten Umbauten losgeht, sei es für den Senator Zeit, die künftigen Baustellen im Tierpark zu besuchen, fand der Lichtenberger Abgeordnete Gregor Költzsch (SPD).

Er kennt den Tierpark seit Kindertagen und setzt sich für seinen Erhalt ein. Deshalb brachte er Kollatz-Ahnen und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem während seines Stadtteiltages zusammen.

Rund fünf Millionen Euro kann Knieriem für den Umbau zu einem Themenpark in diesem Jahr aus dem Landeshaushalt abrufen. Das Ziel ist klar: mehr Besucher anzulocken und damit das Unternehmen Tierpark in die schwarzen Zahlen zu führen. Denn die GmbH stand noch kurz vor dem Antritt Knieriems vor der Insolvenz. Allein um die laufenden Kosten zu decken nimmt auch in diesem Jahr das Land Berlin mehr als sechs Millionen Euro in die Hand.

"Der Tierpark soll in Zukunft seine Kosten selbst decken können", sagt Kollatz-Ahnen. Der Weg dahin könne nur "schrittweise" erfolgen. Andreas Knieriem geht davon aus, dass in den kommenden Jahren rund 90 Millionen Euro für das Vorhaben nötig sein werden. "Es wird uns gelingen, wirtschaftlich zu werden und auch dem Finanzsenator ein gutes Gefühl zu geben", sagt Andreas Knieriem.

Dass der Tierpark mit dem Zuschuss in diesem Jahr etwas anzufangen weiß, das zeigt Knieriem dem Senator gleich am Eingang. Der wird gerade umgebaut. Bald erwartet die Besucher ein holzverkleidetes Tor. "Das soll wie ein Tor zu einem Nationalpark anmuten", sagt Knieriem. An der ersten tierischen Attraktion gleich am Eingang wird auch schon gearbeitet. Die Adler-Voliere wird ab- und eine Felsenlandschaft mit einer tiefen Sandkiste aufgebaut.

"Hier wollen wir Prärie-hunde ansiedeln", erklärt Knieriem. Die possierlichen Nager der Gattung Erdhörnchen aus Nordamerika seien bestens geeignet, um Besucherherzen im Sturm zu erobern und auf weitere Sehenswürdigkeiten einzustimmen. Vor allem Kinder sollen künftig mehr auf ihre Kosten kommen, erklärt der Direktor dem Finanzsenator. Allerorten entstehen neue, kleinere Spielplätze. Auch die gastronomische Versorgung wird verbessert. Alle gastronomischen Einrichtungen werden neuerdings vom Unternehmen "Marché-Mövenpick" unterhalten, einige Restaurants werden schon jetzt für den neuen Betrieb umgebaut.

Und dann wartet da noch die größte Baustelle, die in diesem Jahr eröffnet werden soll: Auf einem Hügel soll ein Himalaya-Gebirge – wenn auch nicht ganz so hoch – entstehen. Die Felsenlandschaft entsteht aus dem Schutt, der illegal auf einem anderen Teil des Geländes abgeladen wurde und so entsorgt werden soll. Knieriem denkt pragmatisch und ist damit auf der Linie des Senators. Der Tierpark hat schon mal die Seilbahn, die früher als Aufstiegshilfe gedacht war, aus seinen Plänen gestrichen.

Und wann kommt das Erlebnisbad, das die SPD noch vor zwei Jahren als Attraktion vorschlug? "Bestimmt nicht in naher Zukunft", sagt Kollatz-Ahnen. KW
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