Grundschule neben KULTschule?: Einbeziehung des Nachbarschaftshauses in die Baupläne nicht vorgesehen

Die KULTschule in der Sewanstraße ist heute ein Nachbarschaftshaus mit etlichen Angeboten für Jung und Alt. (Foto: Berit Müller)
 
Das alte Schulgebäude spielt in den Plänen für den Grundschuleneubau keine Rolle. Die KULTschule soll es weiterhin geben. (Foto: Berit Müller)

Friedrichsfelde. Im ehemaligen Schulgebäude in der Sewanstraße 43 hat sich inzwischen unter dem Namen KULTschule ein Nachbarschaftshaus mit vielen Angeboten für Jung und Alt etabliert. Nun soll dort eine neue Grundschule entstehen – für das Kulturzentrum ändert sich aber nichts.

Von den Plänen für das Grundschulprojekt bleibt die KULTschule jedenfalls gänzlich unberührt. Das geht aus einem Antwortschreiben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie hervor, das die Lichtenberger Abgeordnete Hendrikje Klein (Die Linke) erhalten hat.

Hintergrund: Der Bedarf an Schulplätzen in Lichtenberg wächst und wächst, deshalb soll in der Sewanstraße 43 eine neue Grundschule entstehen. Aber nicht im vorhandenen Gebäude. Die Schule wird im Rahmen des sogenannten Modellvorhabens zur Beschleunigung von Schulneubauten (kurz MoBS) neu errichtet. „Damit sollen Schulen schneller gebaut werden als bisher“, erklärt Hendrikje Klein.

Es werde eigens ein Gebäudetyp entwickelt, der an mehreren Standorten in der Stadt passe und entsprechend schnell aufgestellt werden könne. „Im Gegensatz zu den Modularen Ergänzungsbauten (MEB) sollen die neuen Typen vollwertige Schulgebäude sein.“

Nach Angaben der Senatsverwaltung sind in der Sewanstraße 43 eine dreizügige Grundschule in Holzmodulbauweise und eine neue Sporthalle geplant. Die alte Halle wird samt Verbindungstrakt abgerissen. Den Generalplaner fürs Vorhaben will die Verwaltung voraussichtlich im September beauftragen, derzeit läuft ein europaweites Vergabeverfahren. Wenn alles gut geht, soll die neue Bildungsstätte zum Schuljahresbeginn 2020/2021 in Betrieb gehen. Das vorhandene Schulgebäude – in dem die KULTschule sitzt – bleibe im Wesentlichen unverändert, heißt es aus der Senatsverwaltung.

Über die Gesamtkonzeption für den Standort inklusive der KULTschule könne sie keine Aussagen treffen, teilte die Behörde auf Nachfrage von Hendrikje Klein mit. Sie räumt in ihrem Schreiben lediglich die Möglichkeit ein, die Planungen vorzustellen, sobald sie konkret seien.

Es sei aber „grundsätzlich nicht vorgesehen“, die Gesellschaft für StadtEntwicklung gGmbH (GSE) und die KULTschule in die Pläne einzubeziehen. Die GSE verwaltet im Auftrag des Bezirkes das Nachbarschaftshaus, in dem diverse Vereine und Initiativen etliche Angebote bereit halten. Unter anderem gibt es dort das Jugendfunkhaus, den Canzonetta Kinderchor, das Zimmertheater, den Verein Lyra – der das Haus betreibt - und eine Kita.

„Ich unterstütze den Bau einer Grundschule in der Sewanstraße 43“, sagt Hendrikje Klein. „Zum einen werden Schulplätze dringend benötigt, zum anderen bietet der Standort mit der KultSchule und den dort ansässigen Trägern viele Kooperationsmöglichkeiten.“

Dafür sei es allerdings notwendig, mit den Trägern ins Gespräch zu kommen, sie zu informieren und in die Pläne einzubeziehen. Und: „Der Bezirk sollte die Aufwertung des Standortes mit der Grundschule nutzen und eine Instandsetzung des Gebäudes der KultSchule mitplanen.“

Im Bezirksamt Lichtenberg stößt die Abgeordnete mit ihrem Anliegen auf offene Ohren. Bürgermeister und Kulturdezernent Michael Grunst (Die Linke) will die KULTschule auf jeden Fall erhalten.

„Ich kann mir vorstellen, dass sich beide Einrichtungen gut ergänzen. Wir streben daher einen langfristigen Vertrag mit der GSE an, damit auch die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten geplant werden können“, so Grunst.

Aktuell sei die Verwaltung noch damit beschäftigt, den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln, dann wolle er die Pläne den Bezirksverordneten vorstellen. bm
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