Die seltensten Fohlen der Welt: Somali-Wildesel-Herde wächst auf elf Tiere an

Die Beine erinnern an Zebras, der Rest an den "normalen" Hausesel: Zwei der vier neugeborenen Somali-Wildesel im Tierpark. (Foto: Tierpark Berlin 2017)
Berlin: Tierpark Berlin |

Friedrichsfelde. Es war der erste Tierpark-Nachwuchs bei den Somali-Eseln seit vier Jahren – dafür kam er gleich vierfach. Die zwei kleinen Hengste und zwei Stuten sind jetzt gut fünf Wochen alt.

„Mit diesen Fohlen sind im Tierpark Berlin seit 1979 insgesamt 70 Somali-Wildesel geboren worden“, berichtet Kurator Dr. Florian Sicks. „Derzeit ist unsere Herde mit elf Tieren eine der größten in Europa.“

Der Somali-Wildesel ist die einzige heute noch lebende Unterart des Afrikanischen Wildesels, von dem auch die europäischen Hausesel abstammen. Zu Hause ist der Unpaarhufer im trockenen Busch- und Grasland Ostafrikas. Experten schätzen, dass in Äthiopien und Eritrea noch circa 600 Tiere in freier Wildbahn leben. Ob es den Somali-Wildesel noch in Djibouti und Somalia gibt, ist nicht bekannt. Die Welttierschutzorganisation geht aber davon aus, dass der Bestand innerhalb der vergangenen 35 Jahre um 95 Prozent abgenommen hat. Deshalb stuft sie den Somali-Wildesel als „vom Aussterben bedroht“ ein, er gilt als die seltenste Pferdeart der Welt.

In Europäischen Zoos gibt es derzeit etwa 160 Exemplare. „Die Tiere in Europa gehen auf rund 15 Somali-Wildesel zurück, die damals glücklicherweise aus der Wildbahn in Zoos gebracht wurden“, erklärt Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem. „Inzwischen sind es immer mehr die Zoos, die die Populationen in Afrika wieder aufstocken.“

Der Tierpark Berlin erhielt seine ersten Langohren 1976 aus dem Wildschutzreservat Hai-Bar in Israel. Übrigens: Die vier Neuankömmlinge sind noch auf der Suche nach Paten. bm
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