Uneinigkeit über Tierpark-Pläne bei den Bezirksverordneten

Der Tierpark hat zu wenige Besucher. Ein Spaßbad könnte neue Gäste anziehen. (Foto: Wrobel)

Lichtenberg. Nicht alle Bezirksverordneten finden den Vorstoß der SPD, im Tierpark ein Spaßbad bauen zu lassen, wirklich gut. Manche befürchten auch, dass andere Schwimmhallen dann schließen müssten.

Trotzdem hat sich die Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und Bündnis 90/ Die Grünen im Ausschuss für ökologische Stadtentwicklung Anfang April darauf geeinigt, sich für ein Spaßbad auszusprechen. Vorsichtshalber haben die Bezirksverordneten aber den Standort Tierpark aus dem ursprünglichen Antragstext der SPD-Fraktion gestrichen. Jetzt könnte das Projekt also auch irgendwo in Lichtenberg umgesetzt werden.

Grund für die Änderung im Antrag: Viele Bezirksverordneten fürchten, dass ein neues Spaßbad die bestehende Bäder-Infrastruktur im Bezirk verändern könnte. "Wir wollen nicht, dass der Neubau zur Schließung alter Einrichtungen führt", so Henning Fahrenberg, Bezirksverordneter der SPD. Ihm pflichtete Ronald Schulz-Töpken von der CDU-Fraktion bei.

Hintergrund: Der Berliner Senat plant aktuell vier neue Spaß- und Freizeitbäder für die Hauptstadt. Mit ihrem Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung möchte die SPD eines dieser Großprojekte nach Lichtenberg holen, genauer: nach Friedrichfelde. Eine ungenutzte Fläche am nördlichen Rand des Tierparks schien zunächst als Standort prädestiniert. Denn Europas größter Landschaftsgarten braucht mehr Besucher und könnte mit dem angeschlossenen Spaßbad zu einer echten Touristenattraktion werden. So die Hoffnung der Bezirksverordneten.

Die Kollegen der SPD Marzahn-Hellersdorf schlossen sich der Initiative aus Lichtenberg an, sie hofften mit der neuen Planschstätte an der Bezirksgrenze die Schließung des Wernerbads wettzumachen.

Im Ausschuss für ökologische Stadtentwicklung zeigte sich jedoch, wie unsicher die Lichtenberger Bezirksverordneten sind, ob ihre Pläne überhaupt aufgehen. "Dort, wo ein solches Freizeitbad gebaut wird, soll zur Finanzierung ein Bad in der Nähe geschlossen werden", so der Fraktionschef der Partei Die Linke, Christian Petermann. Wenn der Senat Baupläne verfolge, sei gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, den Bedarf anzumelden, befand hingegen die Bezirksverordnete von Bündnis 90/ Die Grünen, Henriette van der Wall: "Ein solches Angebot ist gerade für Familien attraktiv. Im Winter bietet es den Kindern doch eine echte Alternative zum Toben im Matsch."

Die Berliner Bäderbetriebe (BBB) haben die Idee, ein Spaßbad in den Tierpark zu setzen, bereits aufgegriffen. "Wir wollen mit dem neuen Tierpark-Chef Andreas Knieriem in Kontakt treten und über die Möglichkeiten reden", sagt BBB-Sprecher Matthias Oloew. "In einem zweiten Schritt wollen wir dann auf Besucher der Schwimmhallen zugehen und fragen, wie so ein Bad ihrer Meinung nach aussehen soll." Im Juni wollen die BBB ihr Bäderkonzept vorlegen, dann könnte auch die Entscheidung für das Freizeitbad im Tierpark fallen.


Karolina Wrobel / KW
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