An Dolgenseestraße entsteht die größte Grundschule im Bezirk

Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD) zeigt vom oberen Rang die im Bau befindliche Turnhalle der künftigen Grundschule in der Dolgenseestraße. (Foto: Wrobel)

Friedrichsfelde. Bereits zum Beginn des kommenden Schuljahres sollen die ersten Grundschüler in die Dolgenseestraße 60 einziehen. Noch wird der Standort aber für 12,3 Millionen Euro saniert.

Bis vor wenigen Jahren hat der Bezirk Lichtenberg noch reihenweise Schulen geschlossen. Mehr als 15 Gebäude fielen bis 2006 der Abriss-Birne zum Opfer. Denn während noch Mitte der 90er-Jahre 44.000 Mädchen und Jungen in Lichtenberg die Schulbank drückten, sanken die Kinderzahlen in den Folgejahren dramatisch. Also galt es, Schulplätze abzubauen.

Inzwischen hat sich dieser Trend umgekehrt. Wie deutlich die Kehrtwende in der Bevölkerungsprognose ist, zeigt nicht nur der Plan, bestehende Schulen baulich zu erweitern. Der Bedarf an Schulplätzen wächst in den kommenden fünf Jahren in solchem Maße, dass sogar Neugründungen von Grundschulen infrage kommen. "Das ist ein Novum für uns. Noch nie habe ich eine Schule neu gegründet", sagt die Lichtenberger Schulstadträtin Kerstin Beurich (SPD). Derzeit wird deshalb in der Dolgenseestraße 60 Platz für bis zu 1000 Kinder geschaffen. Der Gebäudekomplex aus den 1970er-Jahren wird aktuell umfangreich saniert. Insgesamt fließen 12,3 Millionen Euro in die Sanierung von zwei Schulgebäuden - einst Domizil des Forster-Gymnasiums - und einer Turnhalle. Nach Abriss des ehemaligen Musikschul-Gebäudes nebenan könnte an dieser Stelle auch noch ein Neubau entstehen, quasi als Reserve, wenn der Bedarf an Plätzen weiter ansteigt.

"Wir müssen der Bevölkerungsprognose Rechnung tragen", sagt Kerstin Beurich (SPD). Eigentlich müssten in den nächsten fünf Jahren bis zu zwölf neue Schulen im Bezirk gebaut werden. Den größten Bedarf an Plätzen sollen Ergänzungsbauten an den bestehenden Grundschulen decken.

In der Dolgenseestraße könnte es aber zur ersten Neugründung einer Grundschule seit Jahrzehnten kommen. Bereits zum Schuljahr 2014/2015 soll das erste sanierte Gebäude bezugsfertig sein, ein Jahr später dann das zweite. "Tatsächlich haben wir mit Schulneugründungen keine Erfahrung. Doch auf den Weg der Schulentwicklungsplanung wollen wir alle Beteiligten mitnehmen - vom Bezirkselternausschuss über den Bezirksschüler- bis hin zum Bezirkslehrerausschuss", so die Stadträtin. Noch steht nämlich nicht fest, ob an der Dolgenseestraße eine große Grundschule entsteht, oder ob es zwei kleinere werden oder lediglich Filialen bestehender Grundschulen einziehen. Den Schulentwicklungsplan berät im Mai kommenden Jahres zunächst der Ausschuss für Schule und Sport; er geht dann zum Beschluss an die Bezirksverordnetenversammlung.


Karolina Wrobel / KW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.