Bürgermeister Geisel wird Pate eines Hängebauchschweins

Zum Streicheln aufgelegt: Bürgermeister Andreas Geisel mit seinem Patenkind Heo Con. (Foto: Wrobel)

Friedrichsfelde. Buchstäblich Schwein gehabt hat Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) am 22. Mai. An diesem Tag übernahm er die Patenschaft für das vietnamesische Hängebauchschwein Heo Con.

"Das war wirklich ein Kindheitstraum von mir", erzählt Andreas Geisel und hält das zarte Hängebauchschweinchen noch etwas unsicher in der Hand. Dabei begeisterte ihn die vietnamesische Hausschweinzüchtung im Kinderzoo des Tierparks Friedrichsfelde bereits im Alter von sechs Jahren.Jetzt, da Geisel nicht nur Politiker, sondern auch Bürgermeister ist, leistet er sich eine Patenschaft. "Ich habe über ein halbes Jahr darauf gelauert, dass es bei den Hängebauchschweinen Nachwuchs gibt, sodass ich endlich Pate werde", erklärt er. Denn Hängebauchschweine Zuhause wären "wohl eine zu große Herausforderung", lacht Geisel. Die Patenschaft übernahm der Bürgermeister am 22. Mai ganz offiziell für das Jüngste von 15 Frischlingen, das am 16. April 2013 zur Welt kam.

Denn obwohl es für Andreas Geisel ein Kindheitstraum war, sich mal so ein Hängebauchschwein zuzulegen, geht es dem Bürgermeister heute vor allem um eine politische Botschaft. "Der Tierpark hat eine besondere Bedeutung für Berlin, dass muss den Abgeordneten immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden", sagt Geisel. Immer noch werde im Abgeordnetenhaus regelmäßig darüber debattiert, wie viel Finanzierung sich das Land für den Tierpark noch leisten wolle. Mit der Patenschaft bekennt sich der Bürgermeister des Bezirks zum Landschaftstiergarten und appelliert auch an die Bürger: "Ich hoffe, dass Bürger sich im Tierpark engagieren, um die Einzigartigkeit des größten Landschaftstiergartens Europas zu erhalten". Bürger können für jedes Tier eine Patenschaft übernehmen - von der Maus bis hin zum Elefanten, zu unterschiedlichen Kosten.

Rund 280 Euro im Jahr kostet den Bezirk der Unterhalt für das kleine Schweinchen Heo Con im Rahmen der Patenschaft. Auf diesen Namen taufte Andreas Geisel den kleinen Frischling. Auf vietnamesisch bedeutet der Name einfach "Schweinchen". Dass es so klein bleibt, die Hoffnung machte Christian Kern, Kurator für Säugetiere, dem Bürgermeister nicht. "Nach einem halben Jahr ist so ein Schwein ausgewachsen", erklärt Kern. Das vietnamesische Hängebauchschwein erreicht eine Schulterhöhe von etwa 40 Zentimetern, es wird auch gerne als "Zwerg unter den Hausschweinen" bezeichnet. Der Allesfresser kann schon mal zwei Kilogramm Futter am Tag verspeisen - etwa Rübenschnitzel und Restobst zum Frühstück um 7 Uhr, Möhre, Banane und sogar alten Kuchen zu Mittag. So fressen sich die Schweine schnell den für diese Rasse charakteristischen Bauch an.

Doch sie sind alles andere als faul und unbeweglich. Dass sie richtige Denker und intelligent sind, das lässt sich schon an ihren Denkerfalten ablesen. Denn das Fett lagert sich bei den vietnamesischen Hängebauchschweinen neben dem Bauch nicht etwa in einem Doppelkinn an, sondern an der Stirn. So kommen sie auch als ausgewachsene Tiere zu einem niedlichen, mopsgesichtigem Aussehen.

Weitere Informationen zu Tierpatenschaften gibt es unter www.tierpark-berlin.de.

Karolina Wrobel / KW
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