Das Friedrichsfelder Triptychon ist fertig

Hannelore Helbig-Zschäpe (links), und Maren Kern übergaben das Wandbild der Öffentlichkeit. (Foto: Wrobel)

Friedrichsfelde. Es ist das größte bewohnte Wandbild weltweit. Drei Jahre lang arbeiteten französische und deutsche Künstler an den Bildern, deren Motive zum Greifen nahe wirken.

Rund 3000 Menschen bewohnen das größte Wandbild, das jemals von Künstlern gemalt worden ist. Schon von der B1/5 kommend sind die bunten elfgeschossigen Plattenbauten in der Straße Am Tierpark 8, 12 bis 26 und Alt-Friedrichsfelde 26 bis 36 ein echter Blickfang. "Ein Meisterstück!", nennt es Bürgermeister Andreas Geisel (SPD). "Das wird sich in der Stadt rumsprechen", freut sich der Bürgermeister. Auf rund 22 000 Quadratmetern Fassade entstand ein dreiteiliges Gemälde, ein sogenanntes Triptychon: "Das Friedrichsfelder Tor", daneben "Die Friedrichsfelder Bilderstadt" und schließlich "Die Friedrichsfelder Baumhäuser" heißen die einzelnen drei Bilder. Eine bunte Tierwelt aus Eichhörnchen, Weißstörchen und Bären hat in ihren Motiven ein Zuhause gefunden. Sie bauen Nester, springen in den aufgemalten Bäumen herum, deren nach oben wachsende Stämme die sonst so einheitliche Architektur der Plattenbauten auflockern und umschmeicheln. Illusionsbilder werden die perspektivisch so aufgemalten Motive genannt. Die Tier- und Pflanzenwelt wirkt zum Greifen nahe.

14 000 Liter Farbe

Drei Jahre lang malte das französische Künstlerteam "CitéCréation" aus Lyon an dem gigantischen Werk und verbrauchte fast 14 000 Liter Farbe und 345 Pinsel. Am 22. August wurde das Werk öffentlich übergeben. "Seit 2007 haben wir entworfen und vieles auch verworfen", erklärte Ernst Schumacher, Vorstandsmitglied des Auftraggebers dieses Wandgemäldes - der Wohnungsbaugenossenschaft Solidarität.

"Die Bilder sind identitätsstiftend und zeigen: hier wird gute Nachbarschaft gelebt", hob wiederum Maren Kern, Vorstandsmitglied des Verbandes Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen e.V., hervor. Denn immer noch kämpft die Platte mit ihrem Image. Dabei ist genossenschaftliches Wohnen in der Platte preiswert. Und wie schöner Wohnen in der Platte geht, das will das engagierte Wandbildprojekt zeigen. Auf jeden Fall ist schon seine Größe rekordverdächtig, der beantragte Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde ist wohl nur eine Frage der Bearbeitungszeit.

Allein in Berlin gibt es 450 Fassadenbilder. An diese Tradition knüpft nun das monumentale Bild, das die Plattenbauten nicht nur hübscher machen soll. Auch ein kleiner Bildungsauftrag ist mit den Motiven geknüpft. Denn die Wohnungsbaugenossenschaft Solidarität hat nun benachbarte Kitas zum Wettbewerb aufgerufen. "Die Kinder werden sich in Spaziergängen aufmachen, alle aufgemalten Tiere zu finden und sie zu bestimmen", sagt Vorstandsmitglied Hannelore Helbig-Zschäpe. Das wird nicht einfach sein. Verraten sei an dieser Stelle, dass sich auf den 30 Meter hohen Motiven etwa 140 Vögel tummeln.


Karolina Wrobel / KW
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