Eisbär-Zwillinge im Tierpark: Nur noch ein Jungtier auf Monitor zu sehen

Da muss man schon sehr genau hinschauen, um etwas zu erkennen: Die Überwachungskamera zeigt die Eisbärin Tonja in der Wurfbox. (Foto: Tierpark Berlin)
Berlin: Tierpark Berlin |

Friedrichsfelde. Gerade mal 30 Zentimeter groß waren die Eisbär-Babys bei ihrer Geburt am 3. November im Tierpark. Sie sind naturgemäß noch in einer kritischen Frühphase ihres Lebens. Bei Redaktionsschluss hieß es dann auch, dass eines der Jungtiere seit längerem nicht mehr gesehen wurde.

Eisbärmutter Tonja (6) liegt mit ihrem Nachwuchs in einer sogenannten Wurfbox. Diese wird per Kamera überwacht. In der ersten Zeit nähert sich niemand der Box, um die Ruhe der kleinen Familie nicht zu gefährden. Die Tiere werden deshalb auch nicht gefüttert. Tonja hat sich bis zum Herbst ausreichend Fettreserven zugelegt, von denen sie jetzt zehrt. Erst im Frühjahr verlassen Eisbär-Mütter in der Regel ihre Wurfhöhle.

Die Sichtung des Bildmaterials ergab jetzt, dass nur noch ein Jungtier auf dem Monitor zu sehen ist. Der zuständige Kurator Florian Sicks hat viele Stunden davor verbracht. Denn Tonja bleibt immer ganz nah an den Jungtieren und hält sie dicht an ihrem wärmenden Körper. Darum ist es schwer, die Jungtiere auf dem Bildschirm mit Sicherheit auszumachen. Sicks ist jedoch zu dem Schluss gekommen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass nur noch eines der Eisbär-Babys lebt.

Bereits kurz nach der Geburt der Zwillinge hatte Tierparkdirektor Andreas Knieriem zu bedenken gegeben, dass die Jungtiersterblichkeit bei Eisbären bei etwa 50 Prozent liege. In den ersten zehn Tagen sei die Sterblichkeit besonders hoch. Im Tierpark wurden bisher bei allen erfolgreichen Aufzuchten zwei Jungtiere geboren, aber nur eins durchgebracht. "Schon die erfolgreiche Aufzucht eines Jungtiers wäre fantastisch", sagt Knieriem.

Auch wenn die Sorge um das zweite Jungtier groß ist, hat Kurator Florian Sicks etwas Positives zu berichten: „Das Jungtier, was wir sehen können, ist in den vergangenen Tagen deutlich gewachsen. Das ist ein sehr gutes Zeichen.“

Im März und Juni hatte der Eisbär Wolodja die Bärin Tonja mehrmals gedeckt. Weil eine genaue Tragzeit bei Eisbären nicht zu bestimmen ist, achteten die Tierpfleger auf das Verhalten von Tonja. Und tatsächlich zog diese sich im Herbst zurück, um Nachwuchs zu bekommen. Ein Blick auf den Überwachungsmonitor offenbarte am 3. November, dass die Jungtiere in der Wurfbox lagen. KW

Weitere Informationen gibt es unter www.tierpark-berlin.de.
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