Gewogen und gezählt: Bei der Inventur im Tierpark kommt es nicht nur auf den Tierbestand an

Der Mohrenmaki lässt sich mit einem Häppchen auf die Waage locken. (Foto: Tierpark Berlin 2017)
Berlin: Tierpark Berlin |

Friedrichsfelde. Für eine Inventur in Europas größtem Landschaftstierpark brauchen Tierpfleger nicht nur ein gutes Auge, sondern auch viel Geduld. Unübersehbar sind Elefanten. Doch wo sind die Zwerghamster?

Ob gefiederte, pelzige oder geschuppte Tiere: Bei einer Inventur in Tierpark, Zoo und Aquarium müssen alle Tiere gezählt werden.

Im Tierpark erstreckt sich der Artenreichtum vom Axolotl bis zur Zebramanguste. Dort wurden bis zum Jahresende 2016 9010 Tiere in 790 Arten gezählt. Zoo und Aquarium kamen auf rund 19 440 Einzeltiere aus 1363 Arten. Nicht immer waren die Tiere so augenscheinlich und unübersehbar, wie der Elefantenbulle "Tembo". Er ist mit 2,86 Metern und 4,5 Tonnen der größte und schwerste Bewohner der zoologischen Anlagen in Berlin. Den kleinsten Bewohner, der auch noch ein Leichtgewicht ist, beherbergt der Zoo Berlin im Nachttierhaus: Ein winziger Roborowski-Zwerghamster bringt lediglich 25 Gramm auf die Waage und ist damit kaum schwerer als ein Schokoriegel.

Zur Bilanz der Inventur zählt aber mehr als der aktuelle Tierbestand. Wie sich die zoologischen Einrichtungen als Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt entwickelt haben, zeigt die Besucherbilanz. Gerade der Tierpark Berlin konnte im Jahr 2016 rund neun Prozent mehr Gäste empfangen als noch im Vorjahr. Insgesamt kamen 1,3 Millionen Besucher. Noch nie gab es zudem so viele Inhaber einer Tierpark-Jahreskarte: Mehr als 30 000 Jahreskartenbesitzer zählte der Tierpark für das Jahr 2016. Damit erhöhte sich diese Zahl um satte 16 Prozent. Einer der Gründe für den Popularitätsschub der Jahreskarte ist die neue Preisgestaltung: Im vergangenen Jahr änderte der Tierpark seine Eintrittspreise. Die Jahreskarten wurden billiger und kosten nun 49 Euro statt 58 Euro. An anderer Stelle wurden die Preise heraufgesetzt. So zahlen Sozialhilfeempfänger jetzt genauso viel wie Schüler, Studenten und Auszubildende, nämlich neun statt sechs Euro. Auch die reguläre Tageskarte wurde um einen Euro teurer.

Da die Einnahmen aus den Eintritten für einen selbsttragenden Betrieb nicht ausreichen, half das Land Berlin mit einer Finanzspritze nach.

Viele Bereiche müssen saniert oder neu gestaltet werden. In diesem Jahr läuft die Umgestaltung des Alfred-Brehm-Hauses in ein modernes Regenwaldhaus. So sollen nach Fertigstellung nicht nur die Hinterindischen Tiger, die Asiatischen Goldkatzen und Java-Leoparten, sondern auch erstmals das stark bedrohte Goodfellow-Baumkänguru zu sehen sein. "Neben einigen dringend notwendigen Umbauten haben wir im letzten Jahr auch viele kleinere Verbesserungen in die Wege geleitet, welche die Tierhaltung optimieren, die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter verbessern und den Tierpark-Besuch für unsere Gäste zu einem einzigartigen Erlebnis machen", resümiert Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. KW
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