Bauarbeiten am S-Bahnhof Friedrichshagen

Betriebsleiter Sebastian Stahl: "Wir hoffen auf eine Lösung für eine nutzerfreundliche Endhaltestelle". (Foto: Ralf Drescher)

Friedrichshagen. Die Straßenbahn am S-Bahnhof Friedrichshagen bekommt neue Gleise. Allerdings nicht für die Züge der BVG. Die Arbeiten betreffen die Endhaltestelle der Schöneiche-Rüdersdorfer Straßenbahn.

Seit rund 100 Jahren stellt die heutige Tram 88 die Verbindung der Brandenburger Gemeinden Schöneiche und Rüdersdorf mit dem Berliner Verkehrsnetz her. Die Gleise im Bereich der Endhaltestelle Friedrichshagen wurden zuletzt vor rund 30 Jahren erneuert.

"Die Gleise sind verschlissen, wir mussten hier bereits eine Langsamfahrstelle einrichten", berichtet Sebastian Stahl, der Betriebsleiter der Schöneiche-Rüdersdorfer Straßenbahn. Ab 14. Juli wird deshalb in diesem Bereich gebaut. Schotter, Schwellen und Gleise werden für rund 400 000 Euro komplett erneuert. Die Fahrleitung war bereits 1999 erneuert worden. Während der Arbeiten enden die Straßenbahnen aus Rüdersdorf an einer Behelfshaltestelle am Bahnübergang Schöneicher Straße, Fahrgäste müssen dann noch rund 150 Meter bis zum S-Bahnhof Friedrichshagen zu Fuß zurücklegen. "Unsere Fahrgäste sollten ein paar Minuten länger zum Umsteigen in die S-Bahn einkalkulieren", sagt Betriebsleiter Stahl.

Eigentlich wollte er auf Berliner Stadtgebiet an der Dahlwitzer Landstraße gleich noch eine neue Haltestelle bauen. Dafür waren zwei abgesicherte Überfahrten über die Dahlwitzer Landstraße vorgesehen, die Haltestelle wäre direkt neben dem Kurpark gebaut worden. "Damit würde unseren Fahrgästen, die ja aus Brandenburg und Berlin kommen, der gefährliche Weg über die stark befahrene Straße am S-Bahnhof erspart. Seit rund zehn Jahren bemühen sich die Mitarbeiter der Schöneiche-Rüdersdorfer Straßenbahn um eine Lösung. Versuche, eine weitere Ampel im Bereich der Straßenbahnhaltestelle zu installieren, wurden abgelehnt. Und auch für den Wunsch, die Tramhaltestelle zu verlegen, kam aus dem zuständigen Tiefbauamt Treptow-Köpenick kein grünes Licht. Streitpunkt war wohl der Wegfall von 20 Pkw-Stellplätzen in diesem sehr nachgefragten Bereich.

Nun muss die Möglichkeit, eine nutzerfreundliche Endhaltestelle für die Linie 88 zu schaffen, im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens geprüft werden. Immerhin steigen nach Angaben des Betriebsleiters pro Tag am Bahnhof Friedrichshagen rund 2500 Passagiere zwischen der Vororttram und den Berliner Verkehrsmitteln um. "Wir hoffen, dass wir in den nächsten drei Jahren eine Lösung finden", sagt Betriebsleiter Sebastian Stahl.

Die Bauarbeiten an der Gleisschleife sollen bis zum 3. August abgeschlossen sein. In dieser Zeit steht der P+R-Parkplatz an der Wendeschleife nicht zur Verfügung und der sonntägliche Trödelmarkt wird auf den Friedrichshagener Marktplatz verlagert.

Wissenswertes zu der kleinen Bahn, die eine einzige Strecke mit 14 Kilometern Länge bedient, unter www.srs-tram.de.

Ralf Drescher / RD
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