Spreetunnel nicht für Behinderte

Den fast 90 Jahre alten Spreetunnel können Behinderte nicht benutzen. (Foto: Ralf Drescher)

Friedrichshagen. Der Spreetunnel wird auch nach seiner Renovierung nicht für Behinderte, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, nutzbar sein.

Das wurde jetzt durch eine Antwort auf eine Abgeordnetenhausanfrage von Tom Schreiber (SPD) bekannt. Schreiber hatte gefragt, wann der Tunnel behindertengerecht zugänglich wird. Daraufhin teilte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler mit, dass im Rahmen der gerade laufenden denkmalgerechten Sanierung kein Umbau erfolgt, der Rollstuhlfahrern den Durchgang ermöglichen würde.

Dafür wäre der Abriss und der Neubau der beiden denkmalgeschützten Zugangsbauwerke erforderlich. „Dafür liegt keine belastbare Kostenschätzung vor. Bei dem Umfang dieser Maßnahme müssten wir jedoch von einem zweistelligen Millionenbetrag ausgehen“, teilt Gaebler dem Abgeordneten mit. Im Rahmen der 600 000 Euro teuren Sanierung werden Behinderte jedoch nicht komplett ausgeblendet. Beide Treppenanlagen erhalten ein durchgehendes Mittelgeländer. Am Anfang und Ende werden Rippenplatten zur besseren Erkennbarkeit für Blinde und Sehbehinderte eingebaut.

Der Spreetunnel in Friedrichshagen wurde 1927 in Betrieb genommen. Er war gebaut worden, weil eine bis dahin genutzte Kettenfähre vor allem an Wochenenden nicht mehr in der Lage war, alle Ausflügler ans andere Spreeufer überzusetzen. Bereits vor zwei Jahren hatte eine örtliche Bürgerinitiative gefordert, zur Ergänzung des Spreetunnels eine behindertengerechte Fähre einzurichten. Auch das lehnte die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ab. RD
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