Wasserretter feiern ihr 90. Jubiläum

Wann? 16.09.2017 10:00 Uhr

Wo? Rettungstation DLRG Spreetunnel, Josef-Nawrocki-Straße, 12587 Berlin DE
Stationsleiter Alexander Ebeling (links) und seine ehrenamtlichen Mitstreiter Pascal Polzin und Judith Flämming in ihrem Rettungsboot. (Foto: Ralf Drescher)
 
Die Rettungsstation am Spreetunnel mit ihrem zehn Meter hohen Wachturm. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Rettungstation DLRG Spreetunnel |

Friedrichshagen. Seit 90 Jahren weht am Müggelpark in Friedrichshagen die Fahne der Wasserretter. Am 10. September 1927 ging dort die Rettungsstation in Betrieb. Am 16. September wird das Jubiläum gefeiert.

Seit 1990 wird die Station Friedrichshagen von der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) betrieben. Zuständig ist der Ortsverband Mitte mit Stationsleiter Alexander Ebeling. Bis zu zwölf ehrenamtliche Retter schieben dort in der Bade- und Wassersportsaison jeweils von Freitag- bis Sonntagabend Dienst. „Uns steht neben einem 60 Jahre alten Boot ein modernes Rettungsboot vom Typ Trave zur Verfügung. Der Dreikieler ist besonders für den Müggelsee mit seinem Wellengang geeignet, der Dieselmotor mit 170 PS sorgt für Tempo 75. Wir sind im Notfall in zweieinhalb Minuten in jeder Ecke des Müggelsees“, erklärt Stationsleiter Alexander Ebeling.

Der Müggelsee galt bei Wassersportlern und Schwimmern schon immer als besonders gefährlich. Bereits bei mittlerem Wind bilden sich auf dem mit im Durchschnitt drei Metern Wassertiefe recht flachen See gefährliche Wellen, die kleinere Boote und vor allem Segler schnell zum Kentern bringen können. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts sorgten deshalb Rahnsdorfer Fischer privat für Hilfe in Not. Der legendäre Fischermeister August Herrmann (1842-1915) soll bei Sturm prophylaktisch auf den Müggelsee gefahren und über die Jahre mehr als 100 Menschen aus Seenot gerettet haben. Ein Gedenkstein am Rahnsdorfer Dorfanger erinnert an den ersten Wasserretter auf dem Müggelsee.

Die Station am Spreetunnel in Friedrichshagen wurde von der 1899 gegründeten Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine von Berlin und Umgegend aufgebaut. Damals gab es bereits seit über 25 Jahren die Rettungsstation am anderen Ende des Müggelsees in der Nähe des früheren Restaurants Müggelhort.

Stationsleiter Alexander Ebeling steigt am Spreetunnel auf den zehn Meter hohen Beobachtungsturm, der vor einigen Jahren mit Lottomitteln erbaut wurde. Von hier hat er Berlins größten See (740 Hektar) gut im Blick. Am östlichen Ufer trainieren ein paar Nachwuchssegler unter dem Blicken ihres Trainers mit Minibooten vom Typ Optimist. Ein Dampfer der Stern und Kreis Schiffahrt fährt in Richtung Rahnsdorf, in der Fahrrinne tuckern ein paar Motorboote.

Zum Ortsverband Mitte der DLRG gehören rund 20 Ehrenamtliche, die sich den Dienst auf der Station teilen. „Wir brauchen dringend Nachwuchs, damit unsere Rettungsstation in zehn Jahren auch das 100. Jubiläum feiern kann“, so der Leiter. Rettungsschwimmer kann man bereits mit zwölf Jahren werden. Ab 16 kann man sich zum Dienst auf dem Boot einteilen lassen. Wer bereits 18 Jahre alt ist, kann Bootsführer werden.

Inzwischen gibt es eine Kooperation mit der Berliner Feuerwehr. Am Steg der Rettungsstation liegt seit ein paar Tagen das Mehrzweckboot 1 der Berufswache Köpenick. Das ist mit einer Feuerlöschpumpe ausgestattet und soll im Alarmfall von Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshagen besetzt werden. „Wir planen bereits gemeinsame Ausbildungseinheiten“, erklärt Alexander Ebeling.

Gefeiert wird das Jubiläum am 16. September mit einem Tag der offenen Tür. Los geht es um 10 Uhr mit Rettungsübungen. Besucher können sich über die Arbeit der Wasserretter informieren. Um 11 Uhr gibt es einen offiziellen Termin und Wasserretter fast aller Stationen aus dem Südosten Berlins kommen zu Besuch. Der Zugang ist am Müggelpark, Josef-Nawrocki-Straße. RD

Wissenswertes unter www.mitte.dlrg.de.
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