Markierung stand nur 6 Monate auf dem Müggelberg

Knut Breitling (links) und Thomas Koltermann von den Berliner Forsten mit dem Gipfelkreuz. (Foto: Ralf Drescher)

Friedrichshagen. Verärgert dreht Forstwirt Knut Breitling das massive Holzkreuz hin und her und untersucht eine Schnittstelle. Eigentlich gehört das Kreuz auf den höchsten Gipfel der Stadt, den Großen Müggelberg.

Dort haben es bisher leider Unbekannte Mitte Oktober einfach abgesägt. Zwei Leser - Dagmar Niemann und Rolf Strobel - hatten der Berliner Woche unabhängig voneinander mitgeteilt, dass das Kreuz beschädigt worden war. Die Redaktion gab das sofort an die Berliner Forsten weiter. "Wir haben das Kreuz abgeholt und in unsere Friedrichshagener Werkstatt gebracht. Jetzt überlegen wir, ob sich eine Reparatur lohnt. Es ist eine Schande, dass die Arbeit meiner Kollegen von manchen nicht respektiert wird", meint Forstamtsleiter Klaus Pogzreba.

Forstwirt Knut Breitling fertigt in seiner Holzwerkstatt nicht nur Gipfelkreuze, sondern auch Wege- und Informationsschilder für die Berliner Wälder an. Da herrscht großer Bedarf, weil auch solche Schilder immer wieder zerstört werden. "Das mit dem Kreuz war sicher eine geplante Tat. Wie die Schnittstelle zeigt, hat der Täter dafür eine Akkusäge in den Wald geschleppt", sagt Knut Breitling.

Warum der Täter das Kreuz zwar abgesägt, dann aber am Tatort gelassen hat, ist unklar. Vermutlich hatte er kein Fahrzeug und für eine Person ist das Kreuz aus massivem Eichenholz zu schwer. Auch in der Werkstatt muss Forstkollege Thomas Koltermann mit anfassen, um das Gipfelkreuz auf den Arbeitstisch zu wuchten.

Wenn möglich, will Breitling nur einen neuen Längsbalken anfertigen und dann den beschrifteten Querbalken einfügen. Falls das nicht geht, muss auch die Schrift neu angefertigt werden. Die wird am Computer entworfen, auf das Holz gepaust und dann mit einer Oberfräse hineingefräst. In das Kreuz hatte Knut Breitling Anfang des Jahres rund 25 Stunden Arbeit gesteckt.


Ralf Drescher / RD
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