Schweizer Investor rettet Köpenicker Bootsbauer

Die Berliner Bootsbau GmbH wurde von Schweizer Investoren übernommen. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Berliner Bootsmanufaktur |

Friedrichshagen. Am Müggelseedamm 70 sind seit rund 50 Jahren die Bootsbauer zuhause. Bei der Berlin Bootsbau GmbH wurden vor allem Sportruderboote gefertigt. Nun musste der Betrieb die Produktion einstellen.

Ende Januar wurde ein Insolvenzantrag gestellt, wie die bisherigen Betreiber auf ihrer Facebookseite mitgeteilt hatten. „In der Branche herrscht ein erheblicher Kostendruck. Der BBG Bootsbau Berlin GmbH ist es nicht vollständig gelungen, den Betrieb in allen Belangen entsprechend diesen Umständen anzupassen. Es sind infolge dessen Verluste aufgelaufen, die die Geschäftsführung dazu veranlasst haben, einen Insolvenzantrag zu stellen“, wird dort mitgeteilt.

Bis Ende Februar hatte der Insolvenzverwalter noch die Löhne und Gehälter der verbliebenen Mitarbeiter gezahlt. Dadurch konnten die anstehenden Bau- und Reparaturaufträge abgewickelt werden. Seit 1. März führt mit der Bootsmanufaktur Berlin GmbH ein neues Unternehmen die Produktion am alten Standort fort. Dahinter steht die Schweizer Firma 4row GmbH, die bisher zu den Abnehmern der Köpenicker Bootsbauer gehörte. Geschäftsführerin vor Ort ist Anja Schäfer, ausgebildete Bootsbaumeisterin aus dem Ruhrpott, die bisher in Wien im Bootsgeschäft tätig war.

Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass die fünf bis zum Ende verbliebenen Mitarbeiter vom neuen Unternehmen übernommen wurden, außerdem können zwei Lehrlinge ihre Ausbildung fortführen. „Wir streben je nach Auftragslage die Einstellung weiterer Mitarbeiter an, ein Meister ist bereits ins Unternehmen zurückgekehrt. Mittelfristig rechnen wir mit 12 bis 15 Kollegen und wollen auch künftig Lehrlinge ausbilden“, schreibt Geschäftsführerin Anja Schäfer.

Auch künftig wird das Unternehmen Ruderboote reparieren und neu anfertigen und so die Köpenicker Tradition bewahren. Die Berliner Bootsbau GmbH war nach dem Ende der DDR aus dem VEB Yachtwerft, einem Staatsbetrieb, hervorgegangen. Zum Zeitpunkt der Insolvenz waren dort 12 Mitarbeiter beschäftigt. RD
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