Das teuerste Pflaster: Preise für Neuvermietungen sind im Bezirk am höchsten

Gebaut wurde zuletzt sehr viel in Friedrichshain-Kreuzberg, etwa hier an der Revaler Straße. Aber noch immer anscheinend nicht genug. Viele Angebote sind zudem ziemlich teuer. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Wer in Friedrichshain-Kreuzberg eine freie Wohnung ergattert, muss so tief in die Tasche greifen, wie in keinem anderen Bezirk.

Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB). Dort wurden stadtweit rund 70 000 Mietangebote ausgewertet, die 2016 über das Internetportal Immobilienscout angeboten wurden.

Das Ergebnis: Bei 29 Prozent der offerierten Objekte in Friedrichshain-Kreuzberg betrug der Preis 13 Euro und mehr pro Quadratmeter. Nur Mitte kommt auf einen gleich hohen Wert. In Charlottenburg-Wilmersdorf waren es 23 Prozent der Angebote.

Auch in der folgenden Kategorie, Mieten zwischen zwölf und 13 Euro je Quadrameter, war der Anteil mit 13 Prozent nirgendwo höher als im Bezirk. Gleiches gilt für die nächste Preisklasse, Wohnungen, für die von elf bis unter zwölf Euro pro Quadratmeter verlangt wurden. Dort waren es 14 Prozent. Rechnet man außerdem noch die 13 Prozent der Wohnungen dazu, die zwischen zehn und elf Euro kosteten, ergibt sich, dass fast 70 Prozent der angebotenen Wohnungen nur für einen zweistelligen Quadratmeterpreis zu haben waren.

Demgegenüber stehen kaum neue Mietverhältnisse im allgemein als günstig erachteten Bereich. Unter sechs Euro sowie zwischen sechs und sieben Euro waren das jeweils drei Prozent der angebotenen Wohnungen.

Das Problem fehlender für viele bezahlbarer Wohnungen gibt es in der gesamten Stadt. In Friedrichshain-Kreuzberg zeigt es sich aber aus mehreren Gründen noch verschärfter: Das Image des Bezirks als angesagtes und zentrales Innenstadtquartier zieht viele, gerade solvente Neubürger an. Die vorhandenen Altbauquartiere sind dabei ebenso interessant, wie die zahlreichen Neubauten. Eingriffe gegenüber Investoren, etwa die Forderung, mindestens ein Viertel ihrer Immobilien zu Quadratmeterpreisen um 6,50 Euro anzubieten oder für diesen Anteil eine städtische Wohnungsbaugesellschaft mit ins Boot zu holen, sind eher neueren Datums. Und letztendlich ist gerade im Bezirk die Nachfrage nach weiteren Wohnungen noch immer weitaus größer, als das vorhandene oder zuletzt neu geschaffene Angebot. tf
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