Der Riegel kommt: Hotel und Wohnungen an der East Side Gallery

Diese Simulation zeigt den künftigen Neubau von der Spree aus gesehen. (Foto: Trockland)
Berlin: Mühlenstraße 61-63 |

Friedrichshain. Das Bauprojekt war bisher Gegenstand mancher Phantom-Diskussion. Seit 29. August ist das anders.

An diesem Tag gab die Investment- und Projektentwicklungsgesellschaft Trockland bekannt, dass ab Anfang 2018 auf dem Grundstück Mühlenstraße 61-63 ein Hotel mit 167 Zimmern sowie 62 Mietwohnungen entstehen, dazu Bistros und Cafés im Erdgeschoss. 2021 soll alles fertig sein.

Hinter der Adresse verbirgt sich ein Politikum. Denn sie liegt zwischen der Spree und der East Side Gallery. Rechts daneben befindet sich das bereits errichtete Hochhaus "Living Levels". Als dessen Bau vor vier Jahren begann und dafür Teile aus der Mauer herausgerissen wurden, gab es eine riesige, weltweit beachtete Protestwelle.

Beklagt wurde neben der Wohn- oder anderer Nutzung auf dem ehemaligen Todesstreifen vor allem die Gefahr für das Kulturensemble East Side Gallery. Die schrumpfe zu einem durchlöcherten Anhängsel auf Gartenzaungröße, hieß es. Solche Befürchtungen bezogen sich nicht nur auf das Hochhaus, sondern auch auf den schon damals projektierten und jetzt aktuell werdenden benachbarten sogenannten Gebäuderiegel. Da beide Vorhaben durch einen Bebauungsplan gedeckt waren, ließen sie sich, trotz entsprechender Forderungen, kaum mehr verhindern. Lediglich einen vom damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ausgehandelten Kompromiss in Sachen East Side Gallery hat es gegeben. Aus der sollten keine weiteren Stücke entfernt werden. Vielmehr solle der schon geöffnete Zugang sowohl zum Hochhaus, als auch zu dem künftigen Nachbargebäude führen. Letzteres durfte dafür zwei Stockwerke höher werden. Die jetzt neun Etagen waren nicht unbedingt im Sinne der Eigentümergemeinschaft der Living Levels.

Realisiert wird der Riegelbau durch internationale Investoren, mit denen Trockland "soeben" Verträge unterzeichnet habe, wie es in der Mitteilung heißt. Der Stellenwert der Fläche und ihre "doppelten historischen Bedeutung" sei dem Bauherrn bewusst. Er verweist auch darauf, dass es entlang des Grundstücks einen vier Meter breiten öffentlichen Uferweg geben werde. tf
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.