Ein höheres Niveau wird abgelehnt: Anwohner kritisieren Neubaupläne an der Pufendorfstraße

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Eher eine nette Ladenzeile verspricht diese Skizze des Investors. (Foto: B + L-Gruppe)
Berlin: Friedrichshainer Höfe |

Friedrichshain. Auf dem Grundstück der Alten Mälzerei an der Frieden- und Pufendorfstraße soll ein neues Quartier mit insgesamt rund 650 Wohnungen entstehen.

Gegen den Bau dieser „Friedrichshainer Höfe“ haben die Mitglieder einer Bürgerinitiative mit Namen Pufendorf Community grundsätzlich nichts einzuwenden. Wohl aber erheben sie Einwände, wie er geplant ist.

Sie richten sich konkret gegen das Vorhaben der Hamburger B + L-Gruppe, die rund 440 Wohnungen entlang der Pufendorfstraße errichten möchte. Der Hauptkritikpunkt: Weil es sich hier um ein abschüssiges Areal handelt, will die B + L das Gelände erst einmal anheben. Dadurch entstehe ein Sockel in Höhe zwischen 5,50 und 9,50 Meter entlang der Pufendorfstraße. In einer Animation der Initiative wird er als fette Wand dargestellt. Der Sockel sei bis zu halb so hoch, wie die gegenüber liegende Bebauung, sagen ihre Mitglieder. Darauf sollen dann sechs Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss gesetzt werden. Damit würden die benachbarten Bauten überragt, was auch für mehr Verschattung sorge. Etwa in den sogenannten Matthiasgärten entlang der Matthiasstraße. Dort wohnen einige der Aktivisten.

Sie verlangen deshalb, dass auf die geplante "Niveauanhebung" verzichtet wird und sich die Bebauung am natürlichen Gefälle orientiert.

Vertreter der B + L sprachen dagegen bei einem Auftritt am 9. Dezember im Stadtplanungsausschuss von einem schwierigen Gelände, dem Rechnung getragen werden müsse. Warum sie sich auf die Forderung der Anwohner bisher nicht einlassen, wurde allerdings zwischen den Zeilen einigermaßen deutlich. Erst recht, als die Investoren erklärten, was sie in dem Sockelbau vorhaben.

Dort planen sie nämlich, neben einem Zugang zur Tiefgarage auch Gewerberäume und Wohnungen. Das höhere Niveau sorgt also für weitere Flächen, die vermarktet werden können. Und natürlich sieht die Wand in ihrer Animation auch viel freundlicher aus, als auf der Skizze der Nachbarn.

Die konnten sie damit aber nicht gnädiger stimmen. Auch mehrere Redner im Ausschuss machten sich deren Einwände zu eigen und verlangten Nachbesserungen. Entschieden sei ohnehin noch nichts, sagte Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis90/Grüne).

Auch das bezweifelten die Anwohner und berichteten von Baggerarbeiten, die auf dem Grundstück stattgefunden haben. Dabei seien lediglich Teile der unterirdischen Gewölbe auf dem ehemaligen Brauereigrundstück entfernt worden, erklärte die B + L. Mit dem künftigen Niveau hätten sie nichts zu tun gehabt. tf
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