Genossenschaft informiert über das Eckwerk-Projekt

Das Ensemble von der Holzmarktstraße aus. (Foto: Grafik: Holzmarkt eG, Architektenbüro Kleihues und Kleihues)

Friedrichshain. Die Superlative sprudelten nur so. Wohnen und Arbeiten werden hier völlig neu gedacht. Das Vorhaben sei eine Art Blaupause für das Zusammenleben der Zukunft.

Hymnen, die dem Bauprojekt "Eckwerk" galten, das im nördlichen Bereich des Holzmarkt-Geländes an der Holzmarktstraße entstehen soll. Darüber informierten die Bauherren und späteren Betreiber, ein Konsortium rund um die ehemaligen Macher der Bar25 bei einer Bürgerversammlung im Radialsystem.

Sie wollen ein Wohn-, Arbeits- und Freizeitquartier entwickeln. Beim Eckwerk handelt es sich um fünf, nach den bisherigen Skizzen futuristisch anmutende Hochhäuser zwischen Holzmarktstraße und Bahngleisen. Drei haben zwölf, eines elf und ein weiteres neun Etagen. Beherbergen sollen sie zwischen 400 und 500 Wohnungen vor allem für Studenten und dazu Startups. Diese Mischung ergebe eine "innovative Forschungs- und Produktionsstätte für die Avantgarde der nächsten Generation von IT-Unternehmen, technologieaffin, ressourcenorientiert und wandlungsfähig", heißt es im Begleitkonzept. Treffpunkt all dieser Kreativen soll ein sogenannter Marktplatz sein, ein überdachtes Areal zwischen den Gebäuden.

Passend zur Lebens- und Arbeitsweise dieses sogenannten Netznomadentums soll sich hier auch niemand auf Dauer festsetzen. "Unsere Faustregel: 900 Tage kann jemand bleiben", sagte Andreas Steinhauser von der Holzmarkt-Genossenschaft. Die ständige Mobilität gilt als weiteres Markenzeichen.

Das Ganze sei nicht auf möglichst großen Profit ausgerichtet, beteuerten die Holzmarkt-Genossen immer wieder. Ob jemand arm oder reich sei, spiele bei der Auswahl keine Rolle. Nicht näher darauf einlassen wollten sie sich allerdings, mit welchem Mietpreis konkret zu rechnen sei. Der werde aber auf jeden Fall geringer ausfallen, als bei Objekten ähnlicher Qualität. "Schon deshalb, weil wir die Projektentwicklung selbst übernehmen." Und sie verweisen auf ihre Mitstreiter. Die Schweizer Stiftung Abendrot hat das Grundstück für die Genossen gekauft. Die Wohnungsbaugesellschaft Gewobag wird ebenfalls mit einsteigen.

Nachfragen kamen, weil Parkplätze nicht geplant sind. Dass die Nutzer des Eckwerks einen Pkw haben, sei nicht gewünscht. Dafür werde es ausreichend Stellflächen für Fährräder geben, außerdem wahrscheinlich E-Bikes, die ausgeliehen werden können. Und nicht zu vergessen sei die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Auch in Sachen Nahversorgung hätten die bis zu 1000 Bewohner die Möglichkeit, sich vor Ort einzudecken. Denn im Eckwerk soll auch Gemüse angebaut und eine Fischzucht installiert werden. Der Verkauf findet vor Ort statt. Andere Lebensmittel und Dienstleistungen werden auf der Südseite des Areals angeboten.

Bleibt noch die Frage, in welchem Zeitrahmen das Wirklichkeit werden soll. Darüber hatte es Debatten gegeben, nachdem die ursprünglichen Baupläne verändert wurden. Das betraf vor allem Anordnung und Höhe der Gebäude. Der Bezirk beharrte deshalb auf einem Bebauungsplanverfahren, zu dem auch die Bürgerversammlung gehörte. Das Verfahren könnte bis zum Herbst abgeschlossen sein, so Baustadtrat Hans Panhoff (Bündnis90/Grüne). Eine Baugenehmigung noch 2015 sei möglich. Die Genossenschaft will das Eckwerk bis 2017 fertiggestellt haben.


Thomas Frey / tf
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