Langes Aufräumen und hohe Kosten: Fragen und Antworten zum Orkan "Xavier"

Äste auf dem Gehweg in der Langen Straße. (Foto: Thomas Frey)
 
Mögliche Gefahr. Dafür stehen die roten Bänder, auf diesem Bild in der Corinthstraße. Foto: Frey (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Die Nachwirkungen des Orkans "Xavier" waren noch Tage nach seinem Wüten am 5. Oktober im Bezirk zu sehen. Das Sturmtief hat zahlreiche Schäden hinterlassen.

Sie zu beseitigen, wird ebenso noch eine Weile dauern, wie ein exaktes Auflisten der Kosten, die das Unwetter verursacht hat. Und es gibt weitere Fragen.

Wie viele Bäume wurden im Bezirk Opfer des Orkans?

Erste Schätzungen gingen von rund 200 aus. Inzwischen wird die Zahl mit "einigen Hundert" angegeben. Denn bisher ist die Bestandsaufnahme nicht abgeschlossen.

Wann gibt es einen vollständigen Überblick?

Frühestens Ende Oktober. Alle Fachkräfte im Grünflächenamt seien derzeit damit beschäftigt, die Schäden zu eruieren. Im Normalfall kommt zunächst das Registrieren, dann das Beseitigen. Das gilt vor allem für die Grünanlagen. Im öffentlichen Straßenland wurden umgestürzte Bäume und Äste häufig schnell entfernt oder die entsprechenden Stellen gesichert. Allerdings nicht überall.

Vor meinem Haus liegt ein Baum. Was tun?

Vor allem in Nebenstraßen ist das noch zu beobachten. Dann bitte eine Meldung an das Grünflächenamt,  902 98 80 20, E-Mail: tiefgruen@ba-fk.berlin.de.

Darf ich Stämme oder Äste selbst beseitigen?

Nein. Schon im eigenen Interesse nicht. Stürzte die Vegetation beispielsweise auf ein Auto, war zunächst zu klären, wer für den Schaden haftet. Und es muss auch dokumentiert sein, dass an der betreffenden Stelle wirklich ein Baum geknickt oder zerstört wurde. Möglich wäre sonst ja auch, mit Xavier als Alibi, sich eines schon lange ungeliebten Grüngewächses zu entledigen.

Warum hielten selbst manche dicken Bäume Xavier nicht stand?

Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen. Eine lautet: Es hing von der Stärke der Windböe an einer bestimmten Stelle ab. Was erklären würde, warum von gleicher Art und gleichem Alter einige Exemplare fielen, andere nicht. Auch die Bodenbeschaffenheit könnte eine Rolle gespielt haben. Etwa ob der Untergrund feucht war oder ob es Hohlräume gab. Ebenso könnten bisher nicht entdeckte Krankheiten der Grund gewesen sein.

Was passiert mit beschädigten Häusern?

Gelockerte Dachziegel oder bröckelnde Fassaden waren ebenfalls Resultate des Unwetters. Sie müssen möglichst schnell repariert werden. Verantwortlich dafür ist der Hauseigentümer.

Wie hoch ist der Gesamtschaden?

Auch wenn noch keine Gesamtrechnung vorliegt, kann er sich in Friedrichshain-Kreuzberg auf über eine Million Euro summieren. Inbegriffen ist bereits der Materialverlust der Bäume. Die sollen möglichst eins zu eins ersetzt werden. Nur wenn sich, auch nach den Erfahrungen von Xavier, herausstellen sollte, dass der bisherige Standort ungeeignet ist, wird auf ein erneutes Aufforsten an dieser Stelle verzichtet.

Wer kommt für die Kosten auf?

Das könnte noch spannend werden. Im Bezirkshaushalt ist für solche Fälle kein Geld eingeplant. Nicht nur Finanzstadträtin Clara Herrmann (Bündnis90/Grüne) schaut deshalb in Richtung Senat. Aber auch jeder Bürger könne dazu seinen Beitrag leisten. Speziell durch eine Baumpatenschaft. Sie kostet 500 Euro.

Wie gefährlich ist das Betreten der Parks?

Noch immer sehr hoch. Deshalb wird darum gebeten, auf einen Besuch derzeit möglichst zu verzichten. Das Problem sind dort weniger die bisherigen Schäden und die Hindernisse, die sie verursachen. Vielmehr könnten weitere, durch Xavier bereits geschwächte Bäume beim nächsten Windstoß ebenfalls stürzen. tf
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