Präsentation zum Shoppingcenter brachte nichts Neues

Unterhalb der Warschauer Brücke soll das neue Center entstehen. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Am 3. Dezember stand die Vorstellung des Projekts Shoppingcenter an der Warschauer Brücke auf der Tagesordnung im Stadtplanungsausschuss. Allerdings erregte sie Missfallen.

Das bezog sich weniger auf das Vorhaben. Denn das Einkaufszentrum kann der Bezirk trotz Bedenken ohnehin nicht mehr verhindern. Der Ärger entzündete sich aber daran, dass wenig Auskunft erhielten. Was Sebastian Klatt, Geschäftsführer des Projektentwicklers der FREO Group mitteilte, blieb teilweise sogar hinter dem zurück, was bereits in der vergangenen Ausgabe der Berliner Woche zu lesen war. Etwa bei der geplanten Zahl der Geschäfte. Die habe er gerade nicht parat, meinte Klatt. Erst auf spätere Nachfrage bestätigte er eine Größenordnung zwischen 100 und 120. Alle zusammen hätten eine Gesamtquadratmeterfläche von 24 800, das konnten ihm die Verordneten immerhin entlocken. Das ist in etwa die Fläche der Potsdamer Platz Arkaden.

Vage blieb Klatt auch dazu, woher die Kundschaft kommen soll. Zum einen sprach er von der Funktion eines Nahversorgers, andererseits sah er ein weites Umfeld für weitere Käufer. Auf geschätzte Zahlen wollte sich der Geschäftsführer aber nicht einlassen.

Spätestens an diesem Punkt waren die Ausführungen für viele Ausschussmitglieder nicht mehr nachvollziehbar. Es sei ja kein Problem, wenn er auf ein größeres Einzugsgebiet spekuliere. Allerdings müsse er bedenken, dass es im Umfeld von zwei bis drei S-Bahn-Stationen schon mehrere Shoppingcenter gebe. Bei einer Konzentration auf die unmittelbare Nachbarschaft fragte sich wiederum der parteilose Felix Just, woher dann ausreichend Kunden kommen sollen. "Im Norden haben Sie die Warschauer Straße, im Osten den S- und U-Bahnhof und im Süden die East Side Gallery", so Just.

"Eine solchen unvorbereiteten Auftritt habe ich hier selten erlebt", wetterte der SPD-Bürgerdeputierte Volker Härtig über die Geheimniskrämerei. "Wir müssen uns nicht veräppeln lassen."

Er könne zum jetzigen Zeitpunkt einfach nicht mehr sagen, meinte Klatt nach seiner Vorstellung. Natürlich werde es noch weitere Details geben. Immerhin zwei Angaben waren interessant, gingen aber im Ärger nahezu unter. Auf dem Dach des Centers wird die Freifläche der ebenfalls geplanten Kita entstehen. Außerdem gibt es Überlegungen, in der Nähe ein Fahrradparkhaus zu bauen.

Zu den Verantwortlichkeiten noch eine Klarstellung. Investor ist die Forum Invest S.à.r.l aus Luxemburg. Die Fokus Development aus Duisburg, im Artikel vergangene Woche irrtümlich als Investor genannt, fungiert als Dienstleister in Sachen Vermietung und Öffentlichkeitsarbeit.


Thomas Frey / tf
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