Schmucktore an der Knorrpromenade werden wiederaufgebaut

Es wird gebuddelt an der Knorrpromenade. (Foto: Thomas Frey)
Berlin: Knorrpromenade |

Es hat lange gedauert. Aber Ende November haben die Arbeiten an der Nordseite der Knorrpromenade begonnen.

Dort, an der Kreuzung Krossener Straße, werden jetzt die historischen Schmucktore wieder aufgebaut. Sie zierten an dieser Stelle einst den Eingang zur Straße, wurden aber im Krieg zerstört und fehlten seither. Anders als am südlichen Ende an der Wühlischstraße. Dort blieb das Portal erhalten, war aber lange in einem beklagenswerten Zustand. Bis sich Karsten Frank mit seiner Initiative KiezGestalten der Sache annahm und 2013 eine Restaurierung erreichte (wir berichteten mehrfach).

Sein nächstes Ziel war der Wiederaufbau der verschwundenen Tore. Ein Projekt, das sich dann viel länger hinzog, als ursprünglich gedacht. In diesem Jahr musste es allerdings realisiert werden, ansonsten wäre das dafür zur Verfügung gestellte Geld verfallen. 135 000 Euro gab es dafür vom Senat. Auf den letzten Drücker wurde der Baubeginn geschafft. Zunächst geht es um das Ausheben der Fundamente. Ob allerdings bis zum Jahresende alles fertig ist, erscheint eher unwahrscheinlich. Entscheidend ist aber, dass die Arbeiten noch 2017 angefangen haben.

Wie lange sie dauern, hänge vor allem vom Wetter der nächsten Wochen ab, sagt Tiefbauamtsleiter Helmut Schulz-Herrmann. Kommt es zu einer längeren Frostperiode, könne natürlich wenig gemacht werden. Den Umfang schätzt er dagegen einigermaßen überschaubar ein. Der originalgetreue Portal-Nachbau werde in Fertigteilen geliefert und müsste deshalb eigentlich nur noch eingesetzt werden. Auch Karsten Frank gibt sich entspannt. Über die mehrfachen Verzögerungen hatte er sich sehr geärgert. Jetzt dagegen, wo es endlich losgegangen ist, "kommt es auf ein paar Wochen auch nicht mehr an".

Auch die kurzzeitige Befürchtung, der Aufbau könnte noch von anderer Seite gestoppt werden, hat sich wohl erledigt. Es kursierte das Gerücht, ein Eigentümer an der Knorrpromenade habe sich dagegen gewandt. Richtig sei, dass in einem Brief angefragt wurde, ob der Schmucktor-Standort nicht privaten Besitz tangiere, sagt Helmut Schulz-Herrmann. Denn ursprünglich handelte es sich bei der Knorrpromenade um eine Privatstraße. Sie ging aber bereits durch die Zeitläufe, zuletzt speziell die DDR-Epoche, in die öffentliche Hand über. Was, wie auch in anderen Fällen, durch den Einigungsvertrag bestätigt wurde. Im Fall der Knorrpromenade sind das Land Berlin und damit der Bezirk außerdem als Eigentümer im Grundbuch eingetragen. Das Schreiben wertete der Tiefbauamtsleiter deshalb auch eher als eine Anfrage, auf die der Absender eine entsprechende Stellungnahme bekommen habe.
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