Streit über die künftige Uferpromenade entbrannt

Die Wurzeln der Pappeln haben der Laufstrecke nahe dem Speicher arg zugesetzt. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Der Uferwanderweg auf der Stralauer Halbinsel muss an einigen Stellen saniert werden. Noch in diesem Jahr soll zwischen Altenheim und Speicher auf der Rummelsburger See-Seite die Kettensäge zum Einsatz kommen.

Die Wurzeln von 18 Pappeln haben die Betonplatten des Wegs zwischen Altenheim und Speicher angehoben oder beschädigt. Deshalb sollen sie jetzt gefällt werden. Als Ersatz werden Pyramideneichen eingesetzt. Kahlschlag und Neuanpflanzung sind noch in diesem Jahr vorgesehen.

Das Abholzen der Pappeln werde er "zähneknirschend akzeptieren", erklärte Tobias Trommer vom Bürgerforum Stralau auf einer Informationsveranstaltung am 12. September. Würden die Pappeln bleiben, könne es in diesem Bereich keinen festen Weg mehr geben. In diesem Punkt herrscht Übereinstimmung zwischen dem Bezirksamt und dem Bürgerforum.

Weit auseinander gehen jedoch die Vorstellungen, wie der Weg zwischen dem Jugendschiff und der Glasbläserallee künftig gestaltet werden soll. Trommer wünscht sich eine großzügig angelegte Verbindung wie sie bereits auf der Lichtenberger Seite vorhanden ist. Gerade dieses Vorbild bereitet Anwohnern und der Verwaltung Sorgen. Sie halten von einem solchen breiten Weg nichts, weil er die Radfahrer zum Rasen animiere. Dies sei gut auf der Lichtenberger Seite zu beobachten.

Derzeit verengt sich der breite asphaltierte Streifen auf Friedrichshainer Gebiet zu einem schmalen Pfad, der am Jugendschiff sogar durch eine Barriere in Form eines sogenannten Drängelgitters unterbrochen wird. Dies sei nicht akzeptabel, betont Tobias Trommer. Er hält den Kritikern entgegen, dass der Uferweg eine überörtliche Bedeutung als Fahrradroute habe. Und der Zweiradverkehr werde in den kommenden Jahren wohl noch weiter zunehmen. Daher sollten am besten getrennte Wege für Radler und Fußgänger gebaut werden.

Baustadtrat Hans Panhoff (B’90/Grüne) hält von diesem Vorschlag nichts. "Ich bin für einen Weg für alle Nutzer", erklärte er auf der Veranstaltung. In der Planung ist auch eine Beleuchtung der Uferpromenade vorgesehen. Wenn es zu einer Aufteilung des Weges käme, bliebe eine Seite dann im Dunkeln.

Ungeachtet dieses Streits ist völlig offen, wann die eine oder die Variante überhaupt gebaut werden kann. Wegen der aktuellen Haushaltssperre ist mit einem Baubeginn im kommenden Jahr kaum zu rechnen. Nur für das Abholzen und die Neuanpflanzung steht die Finanzierung. Das Geld wurde noch vor dem Ausgabenstopp genehmigt.


Thomas Frey / tf
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