Wie lange bleiben die oberirdischen Leitungen?

Die Rohrleitungen am Rudolfplatz/Ecke Danneckerstraße. (Foto: Frey)

Friedrichshain. Wie ein Bandwurm verlaufen die riesigen Rohre durch mehrere Straßen im südlichen Friedrichshain. Und das in manchen Abschnitten schon seit Jahren.

Bereits 2010 wurden die oberirdischen rosa Leitungen zwischen der Revaler Straße und der nördlichen Seite des Rudolfplatzes gelegt. Vor einigen Wochen ging es von dort weiter durch die Danneckerstraße und über die Stralauer Allee zur Spree. Anwohner in der Danneckerstraße wollen jetzt wissen, wie lange das Ungetüm bei ihnen bestehen bleibt.

Die Antwort: Mindestens bis 1. Juli. So lange liegt derzeit eine Genehmigung für diesen Abschnitt vor. Aber einiges spricht dafür, dass es länger dauern kann.

Denn durch das oberirdische Monstrum wird Grundwasser transportiert, das wegen der Bauarbeiten an der Revaler Straße abgepumpt werden muss. Dort entstanden und entstehen neue Wohnquartiere. Die ursprüngliche Baustelle, für die die rosa Rohre vor drei Jahren installiert wurden, ist bereits abgeschlossen. Aktuell wird durch die Röhren das Grundwasser der Baustelle Revaler Spitze entsorgt. Vis-á-vis davon kündigen sich aber schon die nächsten Arbeiten an.

Der Endpunkt des Leitungssystems befand sich bis zum Jahresbeginn im Pumpwerk der Berliner Wasserbetriebe an der Rudolfstraße 15. Das Wasser floss dort in den bisherigen Regenüberlaufkanal und wurde in die Spree abgeleitet. Weil die Wasserbetriebe aber inzwischen den Regenrücklaufkanal zu einem Stauraumkanal umbauen, ist das jetzt nicht mehr möglich. Eine Verlängerung der rosa Rohre direkt zum Fluss wurde notwendig.

Dass das riesige Röhrensystem, trotz seiner Leuchtfarbe, nicht unbedingt ein Hingucker, gibt das Tiefbauamt zu. Auch weitere Einschränkungen sind damit verbunden, etwa Parkverbotszonen. Verhindern lasse sich der Bandwurm aber kaum, sagt Amtsleiter Helmut Schulz-Herrmann. Stelle ein Bauherr den Antrag, das Grundwasser auf diese Weise wegzuschaffen, werde das normalerweise von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung genehmigt. Auflagen gebe es höchstens bei der vorgeschriebenen Menge an Kubikmetern, die durch die Leitungen gejagt werden dürfen. Zwar bestehe auch die Möglichkeit, mit Hilfe der Wasserbetriebe das Grundwasser vor Ort in den Schmutzwasserkanal einzuleiten, so Schulz-Herrmann. "Aber das kostet richtig viel Geld."

Weitaus günstiger ist die Variante mit den rosa Röhren. Pro Meter und Monat wird eine Gebühr von einem Euro fällig. Macht für die etwa eineinhalb Kilometer zwischen Revaler Straße und Stralauer Allee ungefähr 1500 Euro. Dafür haben dann manche Bewohner die Leitungen über Monate oder sogar Jahre direkt vor ihrer Haustür.


Thomas Frey / tf
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