Die richtige Schule finden: Was Eltern künftiger Oberschüler beachten sollten

Praxisnaher Unterricht. Schüler der Albrecht-von-Graefe-Schule kreieren und verkaufen selbstgemachte und ausgefallene Marmeladensorten. Dafür erhielten sie im Sommer einen Preis beim Wettbewerb der Schülerfirmen. (Foto: Thomas Frey)
 
Das Dathe-Gymnasium gehört zu den nachgefragtesten Oberschulen im Bezirk. Ein Alleinstellungsmerkmal ist die dortige Biologiestation. Außerdem gibt es regelmäßig öffentliche Veranstaltungen , etwa Lesungen, Diskussionen und, wie hier zu sehen, einen Poetry-Slam-Abend. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Zwischen 7. und 21. Februar läuft die Anmeldung für die künftigen Siebtklässler. Für Schüler, die bereits ab Klasse fünf eine weiterführende Schule besuchen, ist der Termin vom 1. bis 8. März.

Bevor Eltern entscheiden, wo und wie der Bildungsweg ihrer Kinder weitergehen soll, sollten sie sich zunächst informieren. Deshalb laden im Januar auch die Gymnasien und Sekundarschulen in Friedrichshain-Kreuzberg zu Tagen der offenen Tür ein. Was sonst noch zu beachten ist, hier ein Überblick.

Die Voraussetzungen: Jeder Grundschulabgänger kann zumindest theoretisch auf jede weiterführende Schule in Berlin wechseln. Aber natürlich spielen dabei die bisherigen Leistungen eine wichtige Rolle. Konkret die Zeugnisse aus dem zweiten Halbjahr der fünften und dem ersten Halbjahr der sechsten Klasse. Die Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen und Naturwissenschaften zählen dabei jeweils doppelt.

Ergibt sich ein Durchschnitt von 2,2 und besser, kann ein Gymnasium besucht werden. Bei einem Notenschnitt von 2,8 und schlechter wird eine Sekundarschule empfohlen. Bei Schülern, die zwischen diesen beiden Marken liegen, wird die Förderprognose wichtig. Sie führt zum Beispiel auf, ob ein Kind bestimmte Stärken oder auch Schwächen hat und welches Schulprofil sich am besten eignen würde.

Drei Wünsche: Alle Eltern können eine Schule als Favoriten nennen, müssen aber außerdem noch zwei Alternativen angeben. Denn auch wenn ein Schüler die Notenvorgaben erfüllt, heißt das nicht automatisch, dass er in seiner ersten Wunschschule landet. Das hängt nicht zuletzt von der Nachfrage ab. Gibt es mehr Anmeldungen als Plätze, werden 60 Prozent des Angebots an Bewerber mit entsprechenden Zeugnissen und Förderprognosen vergeben. Zehn Prozent sind für Härtefälle reserviert, etwa Geschwisterkinder. Die restlichen 30 Prozent werden verlost.

Klappt die Aufnahme in der bevorzugten Schule nicht, wird versucht, den Zweit- oder zumindest den Drittwunsch zu berücksichtigen. Meistens gelingt das, aber in einigen Fällen weist das Schulamt eine Schule zu.

Falscher Ehrgeiz: Manche Eltern wollen ihren Nachwuchs auch dann auf ein Gymnasium schicken, wenn die Zeugnisse eher dagegen sprechen. Liegt der Notendurchschnitt bei 3,0 und schlechter, sind sie auf jeden Fall zu einem Beratungsgespräch aufgefordert.

Inzwischen gibt es aber auch einen gegenläufigen Trend, nämlich Mütter und Väter, die ihre Kinder, trotz entsprechender Leistungen, nicht auf einem Gymnasium, sondern lieber in einer Sekundarschule anmelden. Wichtig ist für viele dabei, dass dort ein direkter Weg bis zum Abitur möglich ist. Sekundarschulen, die das anbieten können, erfreuten sich zuletzt verstärkter Nachfrage, etwa die Refik-Veseli-Schule in der Skalitzer Straße.

Unterschiedlich beliebt: Gerade in Friedrichshain-Kreuzberg gehen die Anmeldezahlen der weiterführenden Schulen sehr weit auseinander. Angesagt sind viele Gymnasien sowie, wie bereits erwähnt, Sekundarschulen mit einer Oberstufe. Andere Sekundarschulen haben häufig noch freie Plätze.

Welches Profil passt? Die weiterführenden Schulen im Bezirk haben verschiedene Schwerpunkte und Angebote. Das Heinrich-Hertz-Gymnasium ist zum Beispiel mathematisch-naturwissenschaftlich orientiert, das Georg-Friedrich-Händel-Gymnasium musikbetont. An beiden Schulen ist, wie unter anderem auch im Dathe- oder Andreas-Gymnasium bereits eine Aufnahme ab Klasse fünf möglich.

Unterschiedlich ausgerichtet sind auch die Sekundarschulen. Etwa die Albrecht-von-Graefe-Schule, wo auf eine praxisnahe Ausbildung Wert gelegt wird, um die Schüler auf einen künftigen Beruf vorzubereiten.

Außerdem gibt es in Kreuzberg mit der Carl-von-Ossietzky- und der Lina-Morgenstern-Schule zwei Gemeinschaftsschulen, die von der ersten Klasse bis zum Abschluss besucht werden können. Dazu kommen einige Privatschulen. So die Kreativitätsgrundschule an der Strausberger Straße, wo seit diesem Schuljahr ebenfalls der Weg bis zum Abitur möglich ist.

Mehr Informationen: Neben den Tagen der offenen Tür bieten auch die Websites der meisten Schulen zahlreiche Hinweise. Eine Übersicht über alle Schulstandorte findet sich auf der Homepage des Bezirks, www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg. tf
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