Lotta Stüber wurde Bezirkssiegerin im Vorlesewettbewerb

Lotta Stüber las am besten. (Foto: Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Lottas Stimme klingt zunächst ziemlich leise. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, hört ihr das Publikum konzentriert zu. Was nicht nur am Inhalt, sondern auch an der Art ihres Vortrags liegt. Die Elfjährige sucht beim Lesen Kontakt mit dem Auditorium, lebt ihren Text. Und weiß im weiteren Verlauf auch ihr Stimmvolumen gekonnt einzusetzen.

Mit dieser Gesamtperformance gewann Lotta Stüber vom Dathe-Gymnasium am 18. März in der Jens-Nydahl-Schule die Bezirksausscheidung im Vorlesewettbewerb. Jedes Jahr werden Schüler der Jahrgangsstufe sechs eingeladen, sich an diesem Wezttbewerb zu beteiligen. Zunächst werden die Besten in jeder Klasse ermittelt, dann der Schulsieger. Die treffen sich dann, um den Vertreter aus Friedrichshain-Kreuzberg für den Berliner Landesausscheid zu ermitteln. Oder besser die Vertreterin. Denn auch in diesem Jahr waren die Mädchen wieder klar in der Mehrheit. 20 Schulen hatten ihre Besten geschickt. Nur sechs von ihnen waren Jungen.

In der ersten Runde können alle Teilnehmer aus einem selbst ausgewählten Lieblingsbuch vortragen. Die Titel zeigen, was bei dieser Altersgruppe aktuell besonders angesagt ist. Ganz gut im Rennen liegen weiter Bücher von deutschen Erfolgsautoren wie Cornelia Funke oder Andreas Steinhöfel, aber auch Krimi- und Fantasy-Literatur von Fear Street bis zum Hobbit.

Lotta las zunächst aus dem Klassiker "Das letzte Einhorn" von Peter S. Beagle. Nach ihrer gekonnten Vorstellung landete sie damit, wie sechs weitere Schülerinnen in der Endrunde. Dort bekamen sie ein fremdes Werk vorgelegt, aus dem sie jeweils einige Seiten lesen mussten. Es war Frank Schmeissers "Schurken überall", über die Abenteuer einer Kinderbande. Auch diese Hürde meisterte die spätere Siegerin mit Bravour.

Wobei insgesamt festzustellen ist, dass sich die Leistungen fast aller Kandidaten auf hohem Niveau bewegten. Erfreulich ist auch die gestiegene Teilnehmerzahl. So viele Schulen wie in diesem Jahr hatten schon lange nicht mehr gemeldet. Und das alles, trotz vieler Klagen über angeblich mangelnde Leselust von Jugendlichen.

Nicht nur für Lotta Stüber scheint das nicht zu gelten. "Auch die meisten meiner Klassenkameraden lesen viel", erzählt sie. Sie verschlingt in der Regel zwei bis drei Bücher im Monat. "Meistens abends vor dem Schlafengehen". Neben klassischen Büchern nutzt sie auch E-Books. Warum sie Literatur fasziniert? "Man kann damit in eine ganz eigene Welt eintauchen."

Am 14. Mai muss sich die Elfjährige beim Berliner Landesentscheid den Gewinnern aus den anderen Bezirken stellen. Wer dort das Rennen macht, nimmt beim Bundesfinale teil, das vom 30. Juni bis 2. Juli dieses Mal ebenfalls in Berlin ausgetragen wird. Organisiert wird der Vorlesewettbewerb vom Börsenverein des deutschen Buchhandels, zusammen mit Schulen, Bibliotheken und Buchhandlungen.


Thomas Frey / tf
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