Mit Hilfe des Cannabis-Rucksacks aufklären

Gemeinsam mit der Fachstelle für Suchtprävention Berlin befördert die Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU) den Dialog über Cannabis. Um Unwissenheit und Unsicherheit begegnen zu können und es Jugendlichen sowie erwachsenen Menschen zu ermöglichen, sich kritisch mit dem Suchtmittel Cannabis auseinander zu setzen, braucht es mehr als nur reine Informationsvermittlung.

Christine Köhler-Azara, Landesdrogenbeauftragte in Berlin, betont: „Wissen über Cannabis und die gesundheitlichen und sozialen Risiken des Konsums sind wichtig, mindestens ebenso wichtig ist es, eine eigene Haltung zu entwickeln und das gelingt Jugendlichen, Eltern und Lehrern am besten, wenn man sich mit anderen darüber austauscht.“ Der Cannabisrucksack, ein an die Berliner Bedarfe angepasster interaktiver Parcours, bietet genau diese Chance.

Den „Berliner Präventions-Parcours-Cannabis“ gibt es jetzt als mobile Variante in einem Rucksack für den Einsatz im Unterricht an Berliner Schulen. Er wird den Koordinatorinnen und Koordinatoren für schulische Prävention der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in den Schulpsychologischen und Inklusionspädagogischen Beratungs-
und Unterstützungszentren (SIBUZ) zur Verfügung gestellt. Der Parcours beinhaltet
fünf interaktive Stationen, an denen sich Jugendliche u.a. mit den Themen Konsumrisiken und Cannabis im Straßenverkehr auseinandersetzen, über Konsum im Zusammenhang mit Zukunftsplänen diskutieren sowie sich im Perspektivwechsel üben, indem sie in die Rolle der Eltern oder Lehrkräfte schlüpfen. Der Rucksack enthält alle notwendigen methodischen Elemente (u.a. Stationsbanner, Rauschbrillen, Kartensets) sowie einen umfassenden Moderationsleitfaden für die begleitenden Pädagoginnen und Pädagogen. Künftig steht jedem Berliner Bezirk ein Parcours zur Verfügung.

„Der Rucksack ist als mobiles Unterrichtsmaterial gut geeignet, um flexibel und bedarfsgerecht von den Schulen eingesetzt zu werden. In Kooperation mit der Fachstelle Suchtprävention Berlin sind vorab die Koordinatorinnen und Koordinatoren sowie Kontaktlehrerinnen und Kontaktlehrer für schulische Prävention der Bezirke im Umgang mit dem Rucksack fortgebildet worden.“, so Dirk Medrow, Referent für die schulische Gesundheitsförderung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.

BKK VBU will auch Nicht-Konsumenten in ihrer Haltung stärken


„Prävention, die Jugendliche zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Cannabis anregen und zum Erwerb von Risikokompetenz beitragen soll, muss mehr beinhalten als reine Wissensvermittlung“, bestätigt Christian Komp, Regionalleiter Berlin-Brandenburg der Betriebskrankenkasse Verkehrsbau Union (BKK VBU). „Wir arbeiten mit der Fachstelle für Suchtprävention zusammen, damit Jugendliche frühzeitig einen verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln lernen“, erklärt er das Engagement der BKK VBU. Nur wer viel über Sucht und ihre Wirkungen wisse, könne eigenverantwortlich entscheiden. „Und es geht uns auch darum, die Nicht-Konsumentinnen und -Konsumenten in ihrer Haltung zu bestärken. Denn die
meinen nur allzu oft, dass sie zu einer Minderheit gehören.“

Durch den Präventions-Parcours lassen sich fachlich fundierte und realistische Informationen zum Thema Cannabis interaktiv vermitteln und es wird ein offenen Dialog angeregt. Dank der Unterstützung der Krankenkasse BKK VBU und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft konnten 12 Rucksack-Parcours produziert und erste Schulungen auf den Weg gebracht werden. Am 08.09.2016 konnten die ersten Rucksäcke in der Fachstelle für Suchtprävention an die Koordinatorinnen und Koordinatoren für schulische Prävention der Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Pankow und Spandau übergeben werden. „Positiver Nebeneffekt: bereits riskant Cannabis konsumierende
junge Menschen können auf diesem Weg frühzeitig angesprochen werden. Damit steigt die Chance, dass sie vor einer Zuspitzung ihrer Probleme oder einer Suchtentwicklung rechtzeitig professionelle Hilfe in den Berliner Jugend- und Suchtberatungsstellen erhalten“, konstatiert Kerstin Jüngling, Geschäftsführerin der Fachstelle für Suchtprävention.
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