Ohne zusätzliche Neu- und Ausbauten droht akuter Schulplatzmangel

Friedrichshain. Dass Friedrichshain einen weiteren Bevölkerungszuwachs erlebt, lässt sich schon an den vielen Baustellen für Wohnungen ablesen. Und viele der Neubürger werden Kinder sein.

Sie in den Grundschulen unterzubringen, ist das große Problem der Zukunft. Schon jetzt gibt es an einigen Standorten kaum noch Kapazitäten. In den kommenden Jahren geht die Schere zwischen Angebot und einer steigenden Nachfrage erst richtig auseinander. Ohne zusätzliche Neu- und Ausbauten erwartet das Schulamt bis 2020 ein Defizit von mehr als 19 Zügen, sprich Klassen. Selbst wenn die geplanten Erweiterungen eingerechnet werden, ergibt sich immer noch ein Bedarf von fast zehn Zügen. Auch birgt die Gleichung noch die eine oder andere Unbekannte. Etwa in welchem Umfang Kinder bis zur Einschulung wieder wegziehen, beziehungsweise anderswo zur Schule gehen.

Gerade darüber ist zuletzt ein Streit entbrannt, den vor allem die Grünen mit dem Schulamt führten. Nach Angaben der Verwaltung seien 2014 rund 18 Prozent aller Friedrichshainer Kinder, die sechs Jahre zuvor als Babys gemeldet wurden, dort nicht eingeschult worden. Eine solche Abwanderung werde es in den kommenden Jahren nicht mehr geben, vermutet nicht nur der Schulausschussvorsitzende Werner Hirschmüller (Bündnis 90/Grüne). Dagegen spreche bereits die Zahl neuer Eigentumswohnungen. Wer eine solche Bleibe kauft, habe normalerweise nicht die Absicht, sie nach einigen Jahren wieder zu verlassen.

Gegensteuern lässt sich nur mit massiven Ausbauten. Einiges ist auf dem Weg, etwa der Umbau des Inspektorenhauses in der Pettenkofer-Grundschule zu Klassenräumen. Oder die Erweiterung der Thalia-Grundschule auf der Halbinsel Stralau. Dort, wie auch an anderen Stellen passiert das mit mobilen Ergänzungsbauten, eine Art Container de luxe, die in relativ kurzer Zeit gebaut werden können.

Parallel dazu tüftelt das Schulamt an Veränderungen zum Einzugsgebiet mancher Schulen. Was eventuell bedeuten kann, dass Kinder längere Wege haben. Es brauche außerdem eine Bestandsaufnahme freier Flächen für Neubauten, sagt Schulamtsleiterin Marina Belicke. Nur: wo im dicht besiedelten Friedrichshain?


Thomas Frey / tf
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