Schulanmeldungen im Bezirk zeigen erneut eklatante Unterschiede

Friedrichshain-Kreuzberg. 128 Plätze für das kommende Schuljahr waren Leibniz-Gymnasium zu vergeben. 179 Interessenten haben sich angemeldet. Macht einen Überhang von 51.

Damit liegt die Schule in der Schleiermacherstraße im berlinweiten Ranking der begehrtesten Gymnasien auf Platz zwei. Und mit dem Dathe- und dem Andreas-Gymnasium, Rang fünf beziehungsweise sieben, tauchen noch zwei weitere Oberschulen im Bezirk in den Top Ten auf. Beide waren dort bereits in den vergangenen Jahren vertreten.

Diese und weitere Zahlen des aktuellen Anmeldeverfahrens hat die Senatsbildungsverwaltung jetzt bekanntgegeben. Dem Run auf die Gymnasien in Friedrichshain-Kreuzberg gegenüber steht das geringe Interesse am Besuch vieler Sekundarschulen. Ein Großteil von ihnen hatte erneut weitaus weniger Bewerber als Plätze. Etwa die Freiligrath-, die Hector-Peterson, die Emanuel-Lasker- oder die Schule im Graefekiez.

In dieser Liga spielte in den vergangenen Jahren auch die Refik-Veseli-Sekundarschule in der Skalitzer Straße. Das hat sich aktuell etwas geändert. Dort gibt es jetzt 66 Neuanmeldungen und damit geradezu einen Ansturm. Grund: Seit Januar ist klar, dass die Schule zum Sommer 2017 eine gymnasiale Oberstufe bekommt. Dafür hatte sich eine Initiative aus dem Kiez vehement eingesetzt. Im ganzen Bereich SO36 gebe es außer im Oberstufenzentrum Handel keine Möglichkeit, das Abitur zu machen, war ihr wichtigstes Argument. Deshalb wandern viele Kinder auf Schulen außerhalb des Quartiers oder des Bezirks ab. Auch nachdem sie ihr Ziel erreicht hatten, waren Mitglieder der Initiative skeptisch, ob sich die neue Oberstufe noch positiv auf die aktuellen Anmeldezahlen auswirkt. Wahrscheinlich werde es erst in den kommenden Jahren eine größere Nachfrage geben. Das ist jetzt schon viel schneller passiert.

Damit wird an der Refik-Veseli-Schule ein Trend bestärkt, der sich schon länger beobachten lässt. Auch im Bezirk können sich die wenigen Sekundarschulen, die eine Oberstufe haben, über Interesse nicht beklagen. Was zeigt, dass viele Eltern dieser Schulform nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber stehen. Bedingung: Es muss ein direkter Weg zum Abitur möglich sein.


Thomas Frey / tf
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