Welche Schule für mein Kind? Was Eltern beachten sollten

Viele Schulen werben auch mit ihren speziellen Angeboten. Etwa die Sekundarschule im Graefekiez, wo es unter anderem eine Lehrküche gibt. (Foto: Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Eltern, deren Kinder im Sommer die Grundschule beenden, müssen jetzt entscheiden, wie es mit ihrem Kind weitergeht. Vom 11. bis 25. Februar läuft die Anmeldung für die Sekundarschulen und Gymnasien.

Bei der Wahl gilt es einiges zu beachten und nicht immer gibt es einen Platz an der gewünschten Schule. Wie das ganze Prozedere abläuft, hier ein Überblick.

Wahlfreiheit

Grundsätzlich kann ein Kind an jeder weiterführenden Schule in Berlin angemeldet werden, denn es herrscht Wahlfreiheit. Zumindest im Prinzip. Ob es dort aber angenommen wird, hängt zum einen von der Nachfrage und natürlich von den bisherigen Leistungen ab. Deshalb müssen Eltern auch immer drei Wunschschulen angeben, wobei sie ihren Favoriten und die nachfolgenden Plätze klar benennen sollen.

Die Förderprognose

Aus den Zeugnissen im zweiten Halbjahr der 5. sowie dem ersten Halbjahr der 6. Klasse wird die sogenannte Förderprognose ermittelt. Die Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik, Fremdsprache und Naturwissenschaften zählen dabei doppelt. Kommt dabei ein Durchschnitt von 2,2 und besser heraus, wird der Besuch eines Gymnasiums, wahlweise natürlich auch einer Sekundarschule empfohlen. Ab 2,8 gilt die Empfehlung Sekundarschule. Wer dazwischen liegt, bei dem werden weitere Merkmale hinzugezogen. Etwa, wie belastbar der Schüler ist oder ob er in bestimmten Fächern besonders gut ist. Ohnehin enthält die Förderprognose auch konkrete Angebote weiterführender Schulen, die den Neigungen der Kinder entgegenkommen.

Nachfrage und Angebot

Gerade in Friedrichshain-Kreuzberg gibt es immer wieder das gleiche Bild: Die meisten Gymnasien haben mehr Plätze als Bewerber, bei vielen Sekundarschulen, vor allem denen ohne eine Oberstufe, ist es genau umgekehrt. Ein Grund dafür ist nicht selten der Ehrgeiz von Müttern und Vätern, die ihr Kind unbedingt auf einem direkten Weg zum Abitur sehen wollen, auch wenn dessen Noten das nicht unbedingt nahe legen. Neu ist deshalb in diesem Jahr zum ersten Mal ein verpflichtendes Gespräch für Eltern an einem Gymnasium, wenn sie dort einen Sprössling mit einem Durchschnitt von 3,0 oder schlechter anmelden möchten. Aber auch wer die Leistungsvorgaben erfüllt, hat oft nicht die Gewähr, dass er an seiner Wunschschule ankommt. Wo die Nachfrage das Angebot übersteigt, werden 60 Prozent der Plätze an Schüler vergeben, die die Förderprognose erfüllt haben. Zehn Prozent sind für Härtefälle reserviert, etwa für Kinder, deren Geschwister sich bereits an der Schule befinden. Die restlichen 30 Prozent werden verlost.

Wenn es mit dem Favoriten nicht klappt, wird im Normalfall der Zweit- oder Drittwunsch berücksichtigt. Erst wenn sich auch das als unmöglich erweist, legt das Schulamt eine Schule fest. Solche Fälle sorgen aber natürlich für Ärger bis hin zu gerichtlichen Klagen.

Anmeldezeiten variieren

Der Zeitraum zwischen dem 11. und 25. Februar besteht für alle weiterführenden Schulen ab der siebten Klasse. Für Gymnasien, die Kinder bereits ab der fünften Klasse aufnehmen, folgt die Anmeldung erst zwischen 2. und 5. März. In Friedrichshain-Kreuzberg gilt das zum Beispiel für das Dathe-, das Andreas- oder das Heinrich-Hertz-Gymnasium. Gesonderte Termine kann es auch bei Privatschulen geben. Alle Informationen, auch zu welchen Stunden an jedem Tag eine Anmeldung möglich ist, finden sich in der Regel auf den Websites der Schulen.


Thomas Frey / tf
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