Einbruch im Bürgeramt: Täter stahlen fertige Personaldokumente

Berlin: Rathaus Friedrichshain |

Friedrichshain. Im Bürgeramt 3 im Rathaus Friedrichshain an der Frankfurter Allee hat es in der Nacht zum 22. April einen Einbruch gegeben.

In die Hände der Täter fielen dabei persönliche Dokumente von Kunden, etwa Personalausweise, die dort in den Tagen darauf abgeholt werden sollten.

Warum sich die Einbrecher darauf spezialisiert haben, liegt nach Angaben von Stadtrat Knut Mildner-Spindler (Linke) vor allem daran, dass sie anderer Beute nicht habhaft werden konnten. Denn Blankoausweise, Siegel oder Bargeld seien inzwischen gut verwahrt. Sattdessen ist die Dokumentenabteilung das Ziel der Räuber geworden, in der sie mehrere Schränke aufgebrochen haben.

Wie viel insgesamt gestohlen wurde, sei noch immer Teil der Bestandsaufnahme, erklärte der Stadtrat einige Tage nach dem Einbruch. Jeder fehlende Pass werde der Polizei gemeldet, bereits am 22. April begannen Mitarbeiter damit, betroffene Kunden zu informieren. Für die gab es teilweise bereits neue Termine. Gleichzeitig blieb das Amt in der Frankfurter Allee zwischen 24. und 28. April geschlossen.

Neue Papiere würden zügig und unbürokratisch ausgestellt, betonte Mildner-Spindler ebenfalls. Bei Personalauweisen gebe es in der Regel nur eine geringe Verzögerung. Länger könne es bei Pässen dauern. Doch wer sein Dokument schnell brauche, werde es bekommen. Der Einsatz der Beschäftigten habe auch dafür gesorgt, dass es bisher keinen Ärger unter den indirekten Einbruchsopfern gegeben habe. Die haben trotzdem jetzt den oder anderen Stress. Auch deshalb, weil nicht vollständig ausgeschlossen werden kann, dass mit den für sie bestimmten Dokumenten, nicht doch Straftaten begangen werden. Sie könnten zum Beispiel als vermeintliche Legitimation bei Geschäften oder Verträgen dienen.

Mildner-Spindler verweist allerdings darauf, dass die Ausweise fälschungssicher sind. Außerdem werde jeder gestohlene gesperrt. Aber natürlich spreche nichts gegen eine erhöhte Aufmerksamkeit. So wie das auch gelten würde, wenn die Personaldokumente verloren gegangen oder irgendwo anders gestohlen worden wären.

Wie hoch der materielle Schaden durch den Einbruch für den Bezirk ist, konnte der Stadtrat noch nicht exakt beziffern. Er schätzt ihn aber auf eine fünfstellige Summe. tf
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