Mehr Sicherheit am RAW-Gelände: Anwohnerinitiative startete Petition

Vielleicht bringt dieses Bild den Frust vieler Anwohner am besten auf den Punkt. (Foto: privat)
Berlin: RAW-Gelände |

Friedrichshain. Die Zustände in der Umgebung des RAW-Areals stehen bereits seit gut einem Jahr im Fokus. Geändert habe sich aber bisher wenig, beklagen Mitglieder der Anwohnerinitiative "Die Anrainer".

Deshalb wollen sie jetzt mit einer Petition Druck machen. Unter dem Titel "Konsequente Bekämpfung des Drogenhandels rund um das RAW-Gelände" fordern sie unter anderem eine stärkere Polizeipräsenz sowie einen Sonderstaatsanwalt für das Quartier. Gerichtet ist der Vorstoß direkt an Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU).

"Zu manchen Tageszeiten stehen bis zu 60 Dealer auf den rund 600 Metern zwischen Bahnhof Warschauer Straße und der Kreuzung Revaler und Libauer Straße", stellen die Anrainer fest. Und mittlerweile finde der Drogenhandel auch in den angrenzenden Gebieten bis zum Boxhagener Platz statt. Bewohner würden direkt angesprochen und dabei "sehr aufdringlich" alle Arten von weichen bis harten Drogen angeboten. "Wir beobachten teilweise den Ablauf der Verkäufe und nehmen wahr, dass Drogen unter anderem in den Blumenbeeten vor unseren Häusern versteckt werden." Einige Nachbarn seien bereits bedroht worden, weil sie einen Erwerb ablehnten oder Geschäfte in den Hauseingängen störten. Und das alles gehe einher mit Streitereien, Überfällen, Taschendiebstählen, Körperverletzungen und nächtlichen Verfolgungsjagden "direkt in unserem Wohngebiet".

Brutale Gewalt

Denn es ist längst nicht allein der Rauschgiftumschlagplatz, der massive Probleme macht. Daneben kommt es immer wieder zu häufig brutalen Gewattaten, deren trauriger Höhepunkt am 27. Februar das erste Todesopfer war. Und schon im August 2015 machte die Messerattacke auf den Begleiter der Sängerin Jennifer Weist Schlagzeilen. Der Mann wurde dabei schwer am Hals verletzt.

Die Anrainer sehen vor allem in der Partymeile, nicht nur auf dem RAW-Areal, den Auslöser für viele dieser kriminellen Begleitumstände. Gerade hier müsse deshalb angesetzt werden. Entscheidend sei, dass die Politik diesen Zusammenhang endlich erkenne und wahrnehme, meint Karola Vogel, eine der Sprecherinnen. Bei der Polizei sei dafür zwar ein Bewusstsein vorhanden, aber die agiere eben nur nach den Vorgaben, die ihr gemacht werden.

Für einen Erfolg der Petition sind 2700 Unterschriften von Einwohnern aus dem Bezirk nötig. Das entspricht dem Quorum für ein Bürgerbegehren. Sie können online unter www.openpetition.de/petition/online/konsequente-bekaempfung-des-drogenhandels-rund-um-das-raw-gelaende-in-berlin-friedrichshainabgegeben werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich auf Unterschriftenlisten einzutragen. Sie werden in vielen Häusern verteilt und sollen außerdem in Kitas, Schulen oder Geschäften ausliegen. Ebenso im Stadtteilbüro Friedrichshain in der Warschauer Straße 23, wo alle ausgefüllten Listen abgegeben werden. Die Frist endet am 1. Mai.

Der Innensenator oder das Abgeordnetenhaus sind zwar bei einem Erfolg nicht verpflichtet, sich mit den Forderungen zu beschäftigen. Aber Karola Vogel geht davon aus, dass sie das tun werden. Erst recht in einem Wahljahr. tf
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