"Neue Eskalationsstufe": Ordnungsamtsmitarbeiter krankenhausreif geschlagen

Ordnungsamtsmitarbeiter müssen allerhand aushalten. Jetzt wurde eine Kiezstreife bei einem Angriff schwer verletzt. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain. Erst vor einem Monat hatten sich Angestellte des Ordnungsamtes über verbale und körperliche Angriffe bei ihrer Arbeit beklagt (wir berichteten).

Aussagen, die sich am 11. Juli einmal mehr und gleich in einem besonders schweren Fall bestätigt haben. An diesem Tag wurde eine Kiezstreife, die in der Rigaer Straße ein Fahrzeug in zweiter Reihe aufschreiben wollte, vom wahrscheinlichen Halter des Autos ohne Vorwarnung mit einem Schlag auf den Kopf traktiert.

Der Mitarbeiter sei danach bewusstlos gewesen und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden, berichtet Ordnungsamtsleiter Joachim Wenz. In der Klinik wurde ein Trommelfellanriss, eine Gehirnerschütterung sowie ein angebrochenen Arm festgestellt. Auch den begleitenden Kollegen habe der Vorfall schockiert.

Passanten halfen dem Opfer

Wenz wertet die Attacke als "eine neue Eskalationsstufe". Er passe gleichzeitig in das Bild, das seine Beschäftigten schon bei ihren Frustvorträgen am 14. Juni im Wirtschaftsausschuss gezeichnet hatten. Selbst bei geringen Ordnungswidrigkeiten würden viele Leute sofort ausrasten, war damals erzählt worden. Und oft erhielten sie dabei noch Unterstützung von "unbeteiligten sogenannten Gutmenschen".

Das zumindest war am 11. Juli anders: "Dem Verletzten wurde sofort von Passanten geholfen", sagte der Ordnungsamtschef.

Der Täter flüchtete zunächst, wird sich aber, schon wegen des wahrscheinlichen Bezugs zum Fahrzeug, ermitteln lassen. Ihn erwartet jetzt nicht nur eine Strafanzeige, sondern wohl auch eine Zivilklage.

Jeder Übergriff auf seine Leute werde strafrechtlich verfolgt, machte Joachim Wenz schon in der Vergangenheit deutlich. In diesem Fall gilt das natürlich ganz besonders.

Übrigens: Auch wenn sich dieser Vorfall ebenfalls in der Rigaer Straße abspielte, hat er mit den aktuellen Auseinandersetzungen dort nichts zu tun. Er passierte im östlichen Teil der Straße, unweit von Ring-Center und Bahnhof Frankfurter Allee. tf
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